Die Sache mit dem Sport

- Mit dem Sport ist es bei den BMW-Motorrädern so eine Sache. Schnell sind sie inzwischen schon geworden, die weißblauen Bikes, aber Basismodelle für den Rennsport oder Derivate aus etablierten Serien des Straßensports sind nicht im Programm.

Folglich klingt es ganz schön, wenn die neue R 1200 S als bislang stärkster und schnellster Seriensportler angekündigt wird. Aber wie definiert nun BMW Sport?

Die Leistungsdaten (122 PS/90 kW, 245 km/h Höchstgeschwindigkeit) entlocken entsprechenden 600ern nur ein müdes Lächeln. Und so wird schnell klar, wie der Hase läuft, respektive was für einen Charakter der Zweizylinder mit 1170 Kubikzentimetern Hubraum hat: 112 Nm sind als maximales Drehmoment angegeben, während beispielsweise eine 163 PS starke Honda CBR 1000 RR nur 109 Nm als Maximum aufweist. Also Durchzug und schaltfaules Fahren bei der BMW.

Wobei man gleich nach dem Start froh wäre, wenn man überhaupt schalten könnte. So lange die Betriebstemperatur noch nicht erreicht ist, sind Gangwechsel eine hakelige Angelegenheit. Dann aber geht’s munter zur Sache. Die Sitzposition ist auch mit einer Größe von 1,80 Metern relativ entspannt und dementsprechend locker kann man die Kurvenkombinationen in Angriff nehmen. Da zeigt sich gleich eine der herausragendsten Stärken der BMW, denn sie lässt sich zentimetergenau lenken, die anvisierte Linie wird perfekt gehalten und falls notwendig kann entspannt korrigiert werden.

Die Kraft des Vierventil-Boxers reicht allemal aus, um das 213 Kilogramm schwere Zweirad zügig und zackig zu bewegen. Erfreulich, dass sich dazu die Nadel im weiß unterlegten Drehzahlmesser dem roten Bereich, der bei 8500 U/min beginnt, nicht zu sehr nähern muss. Um auf der Autobahn flott unterwegs zu sein, muss man sich hinter der kleinen Scheibe ordentlich zusammenfalten und lässt diese Gangart bald. Das Revier des Sport-Boxers ist eindeutig die Landstraße. Und da kann man sehr viel Spaß haben, ohne den legalen Bereich verlassen zu müssen. Erfreulicherweise taugt er aber auch im Stadtverkehr, im Alltagsbetrieb, wo er jegliches nervöse Gehabe vermissen lässt.

Positiv zu bewerten ist das neu entwickelte ABS, das sauber dosierbar ist und bei Bedarf, also beim Rennstreckeneinsatz, abgeschaltet werden kann. Zu kritisieren gibt’s nur die kleinen Spiegel sowie die fehlende Tankanzeige -im Bordinstrument ist schließlich auch Platz für eine Kühltemperaturanzeige. Immerhin funktioniert die Restweitenanzeige präzise. Als Verbrauch ermittelten wir 5,9 Liter auf 100 Kilometer, wobei BMW das teure Super plus vorschreibt.

Für den Basispreis von 12 500 Euro, den man mit ABS (890 Euro Aufpreis), Heizgriffe (190 Euro), Sportfahrwerk (590 Euro), Diebstahlswarnanlage (180 Euro), Sozius-Höckerabdeckung (210 Euro) und Breitreifen 190/55-ZR 17 (110 Euro) noch deutlich steigern kann, erhält man ein Motorrad, das durchaus super und sportlich zu fahren ist, das aber beileibe kein Supersportler im herkömmlichen Sinn ist.

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