Beate Zschäpe: Verteidiger fordern maximal zehn Jahre Haft

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Saubermann Blauer Diesel

Deutsche Autobauer erobern US-Markt trotz strenger Grenzwerte - Glaubt man den Entwicklern bei den deutschen Autobauern, gehört dem Diesel die Zukunft. Kein aktueller Motor arbeitet so sparsam wie der Selbstzünder, heißt es dazu bei VW in Wolfsburg. Und auch bei Fahrleistungen und Emissionen habe er längst mit dem Benziner gleichgezogen, einzig der Ausstoß von Stickoxiden sei noch ein Problem.

Nicht jeder Hersteller allerdings, der in den USA saubere Diesel verkauft, wird diese Motoren angesichts der Kosten und anderen Schadstoffnormen umgehend auch bei uns anbieten.

In Europa sind diese NOx-Emissionen nicht reglementiert. Doch in den USA gelten dafür strenge Grenzwerte, die einem transatlantischen Erfolg bislang im Weg standen. Langsam aber nehmen die Ölbrenner auch diese Hürde und kommen auch jenseits des Atlantiks in den Handel. Möglich wird der US-Einsatz erst mit einer speziellen Abgasnachbehandlung, bei der die Stickoxide gespeichert und abgebaut oder umgewandelt werden.

Bei kompakten Fahrzeugen wie dem VW Jetta genügt dafür ein NOx-Speicherkatalysator. Größere Fahrzeuge wie die in Amerika so beliebten Geländewagen dagegen kommen damit alleine nicht unter die in einigen USStaaten sehr strengen Grenzwerte. Für sie entwickelte man deshalb eine eigene Abgasreinigung, für die eine wässrige Harnstofflösung in den Abgasstrom eingespritzt wird.

In einem besonderen Katalysator spaltet sie die NOx-Partikel in ungefährlichen Stickstoff und Wasser auf. Die Lösung trägt den Namen "AdBlue" und muss in einem speziellen Tank mitgeführt werden. Allerdings ist der Verbrauch so gering, dass man mit einem in der Reserveradmulde verborgenen Additiv-Behälter mindestens ein Inspektionsintervall überbrücken kann.

Diese Technologie wird zwar bei Lkw schon seit Jahren eingesetzt, doch im Pkw kommt sie nur langsam in Fahrt. Erst im vergangenen Herbst hat Mercedes unter dem Namen "Bluetec" mit der E-Klasse den ersten "sauberen" Diesel auf den US-Markt gebracht. Diesem Beispiel wollen nun neben der Konzernschwester Jeep auch Audi und Volkswagen folgen. Sie haben sich zu einer Initiative zusammengeschlossen und wollen den Namen "Bluetec" gemeinsam nutzen.

Weil dennoch alle Hersteller ungefähr auf dem gleichen Entwicklungsstand sind und mit Ausnahme von Mercedes auf eine Freigabe für alle 50 US-Staaten warten wollen, wird es bis zur nächsten Einführung von Bluetec-Dieseln noch dauern. Zwar werden die Schwaben noch in diesem Jahr auch die Modelle ML, R und GL mit dem sauberen Motor bestücken und in den USA verkaufen. Doch dürfen auch diese Modelle etwa nicht in Kalifornien angeboten werden. Die Zulassung für alle US-Staaten gibt’s erst mit der "AdBlue"-Einspritzung, die 2008 verfügbar sein wird.

Auch Jeep hat erst eine seriennahe Studie eines entsprechend motorisierten Grand Cherokee enthüllt, und Audi zeigt den Q7 3.0 TDI mit einem Bluetec-Motor, der ebenfalls 2008 an den Start gehen soll. Allerdings bleibt er nicht dem Q7 vorbehalten, sondern könnte auch im A6 eingesetzt werden.

Das gilt auch für VW, wo der Motor aus dem Jetta auch im neuen Tiguan montiert werden soll. Gleichzeitig drehen die Hersteller an der Leistungsschraube und lassen es nicht bei vier oder sechs Zylindern bewenden: Mercedes hat im GL auch einen V8-Diesel mit AdBlue- Einspritzung in der Planung. Und sogar der V12-Motor im Audi Q7 könnte als Saubermann dort angeboten werden.

BMW ist der Bluetec- Allianz zwar nicht beigetreten, arbeitet aber an ähnlichen Konzepten. Für die Münchner wird der Diesel in den USA besonders interessant, wenn er tatsächlich in allen 50 Staaten verkauft werden kann. 2008 wollen sie mit ihren Selbstzündern auf den US-Markt kommen.

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