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In den nächsten Tagen geht es um die Zukunft des ADACs.

Umstrukturierung

Schicksalstage für die Zukunft vom ADAC

München - Der ADAC will mit einer Umstrukturierung aus der schwersten Krise seiner Geschichte kommen. Die nächsten Tage sind entscheidend für die Zukunft vom ADAC.

Der ADAC hat sein Horrorjahr 2014 noch nicht abgehakt. Nach dem Skandal um gefälschte Ergebnisse beim Autopreis „Gelber Engel“ und massiver Kritik an den Wirtschaftsaktivitäten des Vereins stehen dem ADAC in der Vorweihnachtszeit noch einmal Schicksalstage bevor: Am Nikolaustag wird sich entscheiden, ob die Pläne für eine grundlegende Reform des größten deutschen Automobilclubs in die Praxis umgesetzt werden können.

Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung in der Münchner ADAC-Zentrale sollen rund 190 Delegierte aus den Regionalclubs über die Pläne abstimmen. Der ADAC 2.0 verspricht weniger Kommerz, mehr Transparenz und die Trennung zwischen dem Verein und seinen kommerziellen Aktivitäten - und das alles mit Aufsicht von außen.

ADAC will Vereinsstatus behalten

Entscheidend ist vor allem die Trennung der wirtschaftlichen Aktivitäten von dem Verein: Nur so hat der ADAC wohl eine Chance, seinen steuersparenden Vereinsstatus zu erhalten - ohne den er in alter Form kaum weitermachen könnte. Das Amtsgericht München prüft den Fall seit Monaten und will seine Entscheidung auch von der geplanten Reform des ADAC abhängig machen. „Die Struktur des Vereins zum Zeitpunkt der Entscheidung des Amtsgerichts ist maßgeblich für die Beurteilung, ob der Verein zu Recht eingetragen ist“, sagte eine Sprecherin.

Noch vor Weihnachten ist mit einem ersten Signal aus dem Gericht zu rechnen. Durch die Herauslösung der Wirtschaftsaktivitäten aus dem Verein könnte der ADAC die Rechtspflegerin überzeugen, die den XXL-Fall auf dem Tisch liegen hat: Denn klarzumachen, was der Verkauf von Reiseführern oder Versicherungen mit der Pannenhilfe für gestrandete Mitglieder zu tun hat, würde für den ADAC schwierig werden. Diese kommerziellen Aktivitäten sollen künftig in einer Aktiengesellschaft mit einem eigens eingesetzten Vorstand gebündelt werden. Mehr als 25 Prozent der Anteile an der AG sollen von einer Stiftung gehalten werden, die auch mit externen Experten besetzt werden soll.

August Markl will Präsident werden

Für August Markl steht am Samstag alles auf dem Spiel: Der 66-Jährige hatte die Leitung des ADAC nach dem Skandal zunächst kommissarisch übernommen und will sich auf der Hauptversammlung zum Präsidenten wählen lassen. Seinen eigentlich geplanten Ruhestand und eine Kreuzfahrt mit seiner Frau hat er verschoben, um dafür zu sorgen, dass die Reform auf allen Ebenen des ADAC mit seinen 8800 Mitarbeitern ankommt.

Von dem Mann, der in dem Drama eine Schlüsselrolle spielte, hat der ADAC inzwischen eine Entschädigung erhalten. Nach monatelangen Auseinandersetzungen einigte sich der ADAC vor kurzem mit dem gefeuerten Pressechef Michael Ramstetter außerhalb des Gerichtssaals. Er hatte laut ADAC zugegeben, die Zahlen für das Lieblingsauto der Deutschen gefälscht zu haben und damit einen Stein ins Rollen gebracht. Der einst so stolze ADAC geriet von allen Seiten unter Beschuss, Präsident und Geschäftsführer mussten gehen.

Wie viel Schadenersatz Ramstetter am Ende zahlen musste, bleibt geheim. Vor allem der Vertrauensverlust dürfte sich kaum in Euro und Cent bemessen lassen: Für viele Autofahrer war der ADAC nach dem Skandal tabu. Während in den vergangenen beiden Jahren unter dem Strich jährlich rund 500 000 neue Mitglieder hinzu kamen, bleibt die Zahl in diesem Jahr mehr oder weniger stabil bei knapp 19 Millionen Mitgliedern. Damit ist er aber immer noch Deutschlands größter Verein.

dpa

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