1. Startseite
  2. Auto

Schlechte Zeiten für Langfinger

Erstellt: Aktualisiert:

- Die jüngsten Statistiken der Versicherungen belegen: Der Diebstahlschutz von Autos wird immer besser.

"In den vergangenen zwölf Jahren ging die Zahl der gestohlenen Autos in Deutschland kontinuierlich zurück", sagt dazu Katrin Rüter vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Dennoch wechselten im Jahr 2004 noch 28 674 Autos im Gesamtwert von 285 Millionen Euro unfreiwillig den Besitzer. Gerade bei den teuren Bolliden etabliert sich deshalb ein System, das im Gewerbeverkehr und bei Werttransporten längst üblich ist - die Satellitenüberwachung. 

Mit Hilfe eines GPS-Senders im Fahrzeug, einem Sender, der die Verbindung zur Zentrale hält, und der entsprechenden Software im Büro kann man den Standort einzelner Autos mit einem Blick erfassen und auf Wunsch sogar den gesamten Fahrweg in Echtzeit auf dem Bildschirm verfolgen. Je nach System und Programmierung gibt es auch Dienste zur Überwachung wertvoller Waren, die von allein Alarm schlagen, wenn etwa ein Lastzug mit teuren Kameras aus einem vorbestimmten Gebiet herausfährt, ohne dass der Fahrer sich abgemeldet hat.

Auf diese Raumpatroullie gegen Langfinger setzt auch die Björn Steiger Stiftung in Stuttgart, deren Servicegesellschaft im Herbst als zusätzliche Dienstleistung eine GPS-Ortung für gestohlene Fahrzeuge einrichtet. Für etwa 140 Euro plus Montagekosten wird dann an einer versteckten Stelle im Wagen eine unauffällige Blackbox mit einem GPS-Empfänger und einem Sender montiert, die permanent aktiv ist, auch wenn zum Beispiel die Zündung ausgeschaltet oder die Fahrzeugbatterie ausgebaut worden ist.

Wird der Wagen gestohlen, kann sich der Besitzer auf einer codierten Internetseite einloggen und dort nachlesen, wo sein Wagen gerade unterwegs ist. So kann die Polizei ein gestohlenes Auto weltweit auffinden. Noch einen Schritt weiter geht Imetrik aus Kanada: Das hat neben der Ortung auch eine automatische Stilllegung des Wagens entwickelt. Wird dem Besitzer das Auto gestohlen, kann er seinen Wagen per Website nicht nur orten, sondern auch einen Impuls senden, der Langfinger ausbremst. Sobald die Zündung das nächste Mal abgestellt wird, verhindert die Elektronik einen neuen Start. So bleiben die Diebe zwar nicht mitten auf der Autobahn stehen, werden aber etwa an der Tankstelle festgesetzt.

Doch so fortschrittlich die Technik auch ist -den perfekten Diebstahlschutz gibt es nicht, sagt etwa der ADAC. Vor allem wenn Profis gezielt auf ein bestimmtes Fahrzeug aus sind, helfen auch solche Satellitensysteme nicht wirklich weiter. Schon an kleinen Details erkennen Profi-Diebe, wie das Auto geschützt ist. Auch mit weniger aufwendigen Systemen wie der Kralle zwischen Lenkrad und Pedalen billigen Experten so nur eine abschreckende Wirkung bei Gelegenheitskriminellen zu. Doch Profis lassen sich davon nicht wirklich abschrecken.

Auch interessant

Kommentare