Schneller, luxuriöser, teurer: Fährt die Autobranche der Flaute davon?

- München - Ein Feuerwerk an neuen Modellen zünden die Autohersteller in den nächsten Tagen auf der Branche-Leitmesse. Gute Aussichten für die Zukunft. Doch nach den Gewinnen der Vorwoche gaben die Kurse der Hersteller nach. Zahlen, die die Großen der Branche lieferten, waren durchwachsen.

<P>BMW baut aus</P><P>Der 5er-BMW hat eingeschlagen. Nach dem Modellwechsel hat BMW (auch ohne Mini) im August mehr Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr - erstmals in diesem Jahr. Damit bestätigt sich, was der Konzern immer beteuert hat: Der Modellwechsel sei Ursache gesunkener Verkäufe. In anderer Hinsicht schlagen die Neuerungen nun durch: Wegen der hohen Investitionen kündigte Finanzvorstand Stefan Krause ein Ergebnis am unteren Ende der Erwartungen an. </P><P>Mit den beiden Neuheiten auf der IAA, dem geländegängigen X3 (der kleine Bruder des X5), dem neuen 6er-Coupé´, dem Z4 Roadster, den künftig vier BMW-Limousinen, dem Mini und dem Rolls-Royce sind zehn Baureihen im Programm. Konzernchef Helmut Panke reicht das nicht: "Zehn plus x" kündigte er als Fernziel an.<BR><BR>Mercedes hofft</P><P>Kräftiger traf es Mercedes: Im August ging der Absatz weltweit um 7,5 % auf 94 900 Autos zurück, in Deutschland um 17,2 % auf 29 700 Fahrzeuge. Mercedes-Chef Jürgen Hubbert ist angesichts der angespannten Lage "zufrieden" und hofft auf Erholung 2004 und die neue A- und M-Klasse 2005. Zu Absatzrennern können die Stars der Messe kaum werden. Das viertürige Coupé´ CLS ist eine Studie und der bei McLaren gebaute Supersportler SLR (ab 435 000 Euro) soll nur 700 Mal im Jahr gebaut werden. Dafür wagt Smart den Sprung über den Atlantik. Der Zwerg für die USA soll geländegängig sein, höher, länger und breiter als bisherige Smarts.<BR><BR>Porsche schwimmt</P><P>Die Rekordfahrt geht weiter: Porsche beendete am 31. Juli das Geschäftsjahr 2002/2003 mit Rekordzahlen bei Absatz (+22 % auf 66 803) Umsatz (+ 15 % auf 5,6 Mrd. Euro) und Gewinn. Dennoch brach die Aktie um 5 % ein. Denn nur der Cayenne kletterte; die Sportwagen-Reihen 911 (-14,1 %) und Boxster (-15,9 %) lahmten. "Bei aller Kreativität und bei allem Einsatz der Mitarbeiter ist es doch schwierig, auf Dauer gegen den Strom der Weltwirtschaft zu schwimmen", sagt Chef Wendelin Wiedeking. Er krault weiter - mit sechs neuen Kraftpaketen, darunter dem 612 PS starken Carrera GT.<BR><BR>VW wartet</P><P>Kein anderer Hersteller ist so sehr von einem Auto abhängig wie VW vom Golf. So entscheidet sich erst nach der IAA, ob der Konzern aus der Flaute kommt: Einen Absatzrückgang um 1,8 % auf 3,261 Millionen Autos meldete Bernd Pischetsrieder. Eine leichte Erholung im dritten Quartal erkennt der neue Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. Die IAA-Neuigkeit ist der Golf, und weil der Golf so neu nicht ist, kündigte Pischetsrieder bereits für 2005 einen neuen Lupo an, der in Brasilien und in China gebaut werden soll.<BR><BR>Opel zieht nach<BR> <BR>Zu den Händlern kommt er erst 2004. Doch auf der IAA bietet der neue Astra dem Golf bereits Paroli. Opel-Chef Carl-Peter Forster sieht damit mehr als eine Neuauflage. Opel "überhole bereits in einigen Bereichen", sagt Forster. Neu: Vectra Caravan mit 1850 Litern Kofferraum.<BR><BR>Audi</P><P> Mit der Studie Le Mans ist auch Audi im Segment der supersportlichen 600-PS-Boliden präsent. Käufliche Neuigkeiten zeigen die Ingolstädter nicht. Für 2005 kündigen sie den Geländewagen Pikes Peak an, um in den USA Terrain zurückzuerobern.<BR><BR></P>

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