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Erwachsen geworden: Der Renault Clio wurde mit der dritten Generation deutlich zuverlässiger. Fahrwerk und Lenkung bilden aber noch immer Schwachpunkte. Foto: Renault

Schwach auf den Beinen: Tüv ist unzufrieden mit Renault Clio

Der kleine Clio gehört seit vielen Jahren zu den festen Größen im Renault-Programm. Jedoch zeigt im Langzeittest einige Schwächen vor allem mit Fahrwerk und Lenkung sind die Prüfer oft nicht zufrieden.

Berlin (dpa/tmn) - Dank günstiger Preise, einer guten Ausstattung und einem hübschen Äußeren tritt der Renault Clio seit 2005 schon die dritte Generation mit einigem Erfolg in der Polo-Klasse an. Was die Langlebigkeit betrifft, heimst er jedoch keine Bestnoten ein.

Vor allem Fahrwerk und Lenkung werden bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) von den Prüfern häufig bemängelt. So bescheinigt der "Tüv-Report 2015" dem Clio, dass die Achs- und Lenkgelenke schlicht unterdimensioniert seien. Bremsen und Beleuchtung weisen ebenfalls oft Mängel auf. Die sich allerdings oft vermeiden ließen, wenn die Eigner bei Wartung und Pflege sorgfältiger wären, so der "Tüv-Report". Gute Noten gibt es für den Clio III im Kapitel Umwelt. Die Auspuffanlage hält recht gut durch, und Ölverlust an Motor und Antrieb ist selten ein Problem.

Das relativ schlechte Abschneiden bei der HU heißt laut dem ADAC aber nicht, dass Clio-Fahrer Angst vor Pannen haben müssen. Anders als der Vorgänger weise der kleine Renault besonders ab Baujahr 2008 nur noch wenige Einzelmängel auf. Davor blieben die Wagen öfter wegen entladener Batterien, defekter Zündspulen und defekter Kurbelwellensensoren liegen. Fehlfunktionen der Wegfahrsperre gehörten noch bis 2010 zu den Pannenursachen, defekte Scheinwerfer bis 2012.

Als Dreitürer, Fünftürer und - in der Klasse nicht selbstverständlich - als Kombi bot Renault den Clio III an. Letzterer konnte gut 1200 Liter einladen, war insofern das praktischste, dabei aber nicht unbedingt das attraktivste Modell des Kleinwagens. Das traf schon eher auf den Clio RS zu, der mit dezenten Retuschen auf seine sportliche Ausrichtung hinwies. Vielen Experten galt er nicht zuletzt wegen des Fahrwerks als Referenz in der kleinen Klasse.

Wobei auch der 2,0 Liter große Motor mit seinen satten 148 kW/201 PS seinen Anteil am Reiz des Clio RS hat. Am unteren Ende der Palette bietet der Clio 1.2 16V mit moderaten 48 kW/65 PS Basismobilität. Etwas kräftiger ist der Diesel im 1.5 dCi mit 50 kW/68 PS, den es noch in zwei weiteren Ausbaustufen mit bis zu 78 kW/106 PS gibt. Der Grandtour fährt stets mit mindestens 55 kW/75 PS vor.

Dreitürer aus dem Baujahr 2005 gibt es laut Schwacke zu Preisen ab etwa 2700 Euro. Dafür bekommt man den 1.2 16V Authentique mit rund 122 000 Kilometern Laufleistung. Ein besser ausgestatteter und etwas kräftigerer 1.2 16V 75 Expression von 2009 wird mit 4200 Euro gelistet (74 000 Kilometer). Einen Fünftürer wie den Clio TCe 100 Luxe mit 74 kW/100 PS von 2011 gibt es für rund 7750 Euro (50 000 Kilometer). Für einen Grandtour mit Einstiegsmotorisierung von 2009 sollte man etwa 5000 Euro einplanen (74 000 Kilometer).

Dieselfahrer werden laut Schwacke ab rund 2600 Euro fündig, wenn ihnen der 1.5 dCi Authentique von 2005 als Dreitürer genügt (168 200 Kilometer). Ein Fünftürer wie der 1.5 dCi 90 Dynamique von 2010 kostet ungefähr 6400 Euro (90 200 Kilometer). Der Grandtour des letzten Baujahres 2012 steht als 1.5 dCi 105 nightDay noch mit rund 9650 Euro in der Liste und hat dann 65 000 Kilometer auf der Uhr.

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