Sicher in den Urlaub statt in den Graben

München - Für die Experten steht eindeutig fest: ESP ist für die Verkehrssicherheit noch wichtiger als der Airbag. Und was für die tägliche Fahrt mit dem Pkw gilt, ist sogar von noch größerer Bedeutung für die oft nur einmal im Jahr anstehende Reise mit dem Wohnwagen oder dem Bootstrailer.

Auf der Autobahn sieht man es jetzt wieder fast täglich: Nicht wenige Gespannfahrer sind überfordert, wenn sie bei der Tour in die schönsten Tage des Jahres mit kritischen Verkehrssituationen konfrontiert werden. Entsprechend wichtig ist dann die Unterstützung durch ein Anhänger-Stabilitätsprogramm. Das ESP für Trailer und Wohnwagen verhindert Pendelbewegungen, reagiert in Millisekunden auf gefährliches Schlingern und bringt so das Gespann sofort wieder auf stabilen, sicheren Kurs.

Auch Opel setzt ganz auf diese famose Anhängersicherheit. Nach der erstmaligen Vorstellung eines mit dem Anhänger vernetzten elektronischen Fahrwerks im Mittelklasse-Vectra vor fünf Jahren feierte das Anhänger-Stabilitätsprogramm bereits zwei Jahre später Weltpremiere in der Kompaktklasse beim Opel Astra. Heute sind auch die Baureihen Zafira, Signum und Antara mit dem System zu haben. Serienmäßig ist das Anhänger-Stabilitätsprogramm bei Opel in Verbindung mit der Anhängerzugvorrichtung. Diese kostet etwa für den Vectra Caravan inklusive automatischer Niveauregulierung, Sicherheitsnetz für den Gepäckraum und Wendeteppich vergleichsweise günstige 1335 Euro. Dazu erhält der Opel-Fahrer noch den für Gespannfahrten besonders nützlichen Berg-Anfahr-Assistenten und ein Reifendruckverlust-Überwachungssystem.

Ein weiterer Vorteil des Vectra Caravan sind die je nach Motorisierung relativ hohen Anhängelasten von bis zu 1800 Kilogramm. Aktiviert wird das Stabilitätsprogramm für den Anhänger, sobald die Steckdose der Anhängerkupplung angeschlossen ist und die Sensorik des ESP eine vom Trailer ausgelöste Schlingerbewegung am Zugfahrzeug erkennt. Falls das Gespann unruhig zu pendeln beginnt, wird es bei Überschreiten eines bestimmten Grenzwertes in Millisekunden durch Gaswegnehmen und Bremsen so lange verzögert, bis es wieder ruhig und stabil in der Spur ist. So lassen sich auch lange Autobahnetappen sicher und entspannt zurücklegen, zumal sich der Vectra bei Gespann-Testfahrten erfreulich resistent gegen Seitenwindeinflüsse zeigt und sogar bei voller Beladung spurtreu bleibt.

Kommt es dennoch zu einer Schlingerbewegung, erfolgt der automatische Bremseingriff jeweils nach dem dritten Pendelvorgang. Während der Vectra die Anhängerstabilisierung grundsätzlich allein einleitet, greift das System aber nicht während willkürlicher oder hektischer Aktionen des Fahrers ein, zum Beispiel, wenn dieser bei Ausweichmanövern zu heftig lenkt. Die Verantwortung bleibt also immer beim Fahrer, zumal dieser manches noch immer besser kann als jede Elektronik. Andererseits werden nicht weniger als ein Viertel aller Unfälle mit Schwerverletzten durch Schleudern des Fahrzeugs verursacht, wie die Sachverständigenorganisation Dekra ermittelte.

Elektronische Stabilitätsprogramme auch für Anhänger sind also unverzichtbar im Kampf gegen Unfälle. Wohin die Richtung in der aktiven Fahrsicherheit künftig geht, hat Opel bereits mit dem Forschungsprojekt V-2-V (Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation) gezeigt. Fahrzeuge, also auch Gespanne, können sich durch Datenaustausch untereinander verständigen und vor Staus und Gefahren warnen. Ein weiterer Schritt in Richtung Vision Zero, null Unfälle.

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