Signale der Hoffnung

- Die 4. Internationalen Motorrad- und Rollerausstellung Intermot ging am Sonntag in München zu Ende, 156 000 Besucher - rund 9000 mehr als vor zwei Jahren - wollten die neuesten Modelle für die kommende Zweiradsaison bewundern. Allzu übertriebener Optimismus wäre nach der Messe zwar fehl am Platz, aber es gab etliche Signale, die Anlass zu Hoffnung geben. Die Branche ist sich bewusst, dass die Zeiten nicht einfach sind, aber statt nur zu jammern wird nach dem Prinzip "da muss man durch" gehandelt - und plötzlich tauchen neue Ideen auf, wie das nach wie vor schwache Geschäft wieder belebt werden kann.

<P>Von Seiten der Hersteller werden wieder mehr Modelle für Ein- und Umsteiger angeboten. Motorräder ohne allzu viel Schnickschnack, aber beileibe nicht langweilig, mit überschaubarer Technik und ausreichender Leistung und zu einem bezahlbaren Preis. Und in einigen Fällen sogar mit ABS. Überhaupt scheinen die Zweirad-Produzenten ihre Vorbehalte gegen die elektronische Bremshilfe nun endlich aufgegeben zu haben, denn immer mehr Modelle können damit geordert werden. </P><P>Die prestigeträchtige Jagd nach dem besten (also stärksten und schnellsten) Supersportler wurde heuer einzig von Suzuki um eine neue Variante bereichert. Viel mehr Engagement verwendeten die Hersteller, um ihre Supersportbikes in der 600er-Klasse aufzumöbeln, hier waren alleine fünf Neuheiten zu bestaunen. Es ist jedoch fraglich, ob damit das Leistungslimit erreicht ist, oder ob die Mitbewerber nur eine schöpferische Pause eingelegt haben und nächstes Jahr die Jagd weitergeht. </P><P>Auffallend war auf der Intermot, wie sehr die Jugend umworben wurde. Nicht ohne Grund: Die Motorradfahrer werden immer älter, die Industrie sorgt sich um die Kunden der Zukunft. Es gibt diverse Ansätze - bleibt zu hoffen, dass sie vom Erfolg beschieden sind. Zudem wurden in der in letzter Zeit etwas vernachlässigten 125er-Klasse wieder einige attraktive Neuheiten präsentiert. Aussteller äußerten sich zufrieden über die Resonanz der Intermot-Besucher, die gut informiert und sehr interessiert das Angebot in den elf Hallen und auf dem großen Freigelände in Augenschein nahmen. </P><P>Einzig die Rollerfahrer suchten in diesem Jahr vergeblich nach spektakulären Neuheiten. Bei den Zweirädern mit den breiten Reifen tut sich nicht viel Neues. Da werden vor allem ältere Baureihen abgelöst, bestehende Modellreihen überarbeitet und Lücken im Angebot geschlossen. Wegweisendes war nicht zu sehen, geschweige denn ein echter Knaller. Mehr zu schauen hatten Freunde der vierrädrigen Quads und All Terrain Vehicles (ATV). </P><P>Kaum ein Motorrad- Hersteller, der nicht etliche dieser Gefährte am Stand stehen hatte und damit die sinkenden Verkaufszahlen auf dem Zweiradsektor kompensieren will. Noch entwickelt sich der Boom, doch es ist zu befürchten, dass der Gesetzgeber diese Fahrzeu-ge bald deutlich stärker reglementieren wird - und dann ist wieder Schluss mit lustig. </P>

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