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Paradoxerweise soll ein Mehr an Baustellen in bestimmten Fällen für ein Plus an Sicherheit sorgen.  

Trick gegen Autobahnunfälle

Sind "Fake-Baustellen" die Antwort auf Raser?

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Kaum etwas ist ärgerlicher als auf der Autobahn von einer Baustelle zur nächsten zu schleichen. Lösen da ausgerechnet künstliche Baustellen das Raser-Problem? 

Eigentlich beeinträchtigen Baustellen den Verkehr und sind nicht selten der Grund für kilometerlange Staus. Sie treten auch und gerade in Urlaubszeiten manchmal so häufig auf, dass sie Autofahrer schier zur Verzweiflung bringen. 

Dass nun Pläne umgesetzt werden könnten, durch sogenannte "Fake-Baustellen", also künstliche Hindernisse, für mehr Sicherheit auf deutschen Autobahnen zu sorgen, klingt zunächst wie ein schlechter Scherz.

Doch es könnte in Teilen Deutschlands - etwa auf der A1 und A3 - tatsächlich bald Realität werden. Der einfache Grund dafür: Baustellen bremsen den Verkehr aus und senken die Unfallrate.

Fake-Baustellen statt Tempolimits und Warnschildern  

Gegen den Hauptunfallgrund überhöhte Geschwindigkeit wird so Einiges unternommen: Warnplakate, Radarfallen und Geschwindigkeitsbegrenzungen. Herkömmliche Maßnahmen zeigen aber offensichtlich keine Wirkung gegen Raser. Deshalb der Plan mit den künstlichen Baustellen. 

Im Gespräch mit Focus Online erklärt Dr. Roman Suthold vom ADAC Nordrhein die Hintergründe: "Es wurden bereits blinkende Warnschilder aufgestellt und es gibt schon lange Tempolimits - 80 km/h für PKW und 60 km/h für LKW. Trotzdem gab es eine dramatische Erhöhung der Unfallzahlen."

Aus diesem Grund wolle die Kölner Bezirksregierung jetzt eher ungewöhnliche Methoden anwenden und für bestimmte Bereiche der A1, die für ihre hohe Unfallrate bekannt ist, Fake-Baustellen einrichten. Man erhofft sich dadurch, die Situation unter Kontrolle zu bringen.    

Unfallprävention durch künstliche Baustellen: keine Dauerlösung

So absurd es klingen mag: In diesem konkreten Fall macht es tatsächlich Sinn, durch das Vortäuschen einer Baustelle den Verkehr zu regulieren, so die Meinung des Experten Suthold. Er schränkt aber auch ein: "Wenn auf irgendwelchen Autobahn-Abschnitten vergleichbare Gefahrensituationen auftreten, können künstliche Baustellen nicht die Lösung sein - dann muss man die Autobahn umplanen." 

Vorerst sind die Baustellen auf der A1 noch real, nicht künstlich. Doch auch danach soll es Fahrbahnverengungen geben und eine Begrenzung der Geschwindigkeit auf 80 Stundenkilometer.

"WhatsApp bei Tempo 150 kann tödlich sein"

Dass Fake-Baustellen jedoch das Allheilmittel gegen uneinsichtige Raser sind, bezweifelt nicht nur der ADAC. Auch Stauforscher Michael Schreckenberg von der Uni-Duisburg glaubt nicht an die künstlichen Hindernisse.

Im Interview mit dem WDR bezeichnete er Fake-Baustellen als "Unsinn". Sie sorgten nur für noch mehr Aggressionen bei den Autofahrern und würden "normale Fahrer" eher noch stärker gefährden - besonders bei Dunkelheit und Regen.  

Stattdessen fordert Schreckenberg an besonders gefährlichen Strecken noch klarere Warnschilder. Und er warnt erneut eindringlich davor, während der Fahrt das Smartphone zu benutzen: "Die Nutzung von Whats App bei 150 Stundenkilometern auf der Autobahn kann definitiv tödlich enden".

Lesen Sie hier weiter, wie Sie Pannen vor der Abfahrt in den Urlaub vorbeugen können. Außerdem finden Sie in diesem Artikel Warnhinweise zu den stärksten Staustrecken an Pfingsten.

Kuriose Blitzer-Bilder: Die verrücktesten Radarfotos

mop

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