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Ohne Schnickschnack: Beim Octavia sind die Designer keine Risiken eingegangen.

So groß ist kompakt

Skoda Octavia: Das Clever-Konzept

Platz da – hier steht der neue Skoda Octavia, den wir nach der statischen Präsentation in Mlada Boleslav (wir berichteten) nun auch Probe fahren durften.

Saubere Lösung: Abfallbehälter für die Innentüren.

Erste Eindrücke: Wir könnten jetzt von der äußeren Schale schreiben, die die Designer zeitlos nennen, die Autorin aber eher risikoarm. Geschmackssache, Schwamm drüber. Vielmehr interessieren uns an dieser Stelle die inneren Werte. Also: Spätestens wenn man in die als Kompaktwagen deklarierte Limousine steigt, kommen hier freiheitliche Mittelklassegefühle auf. Fahrer und Beifahrer dürfen sich über mehr Kopffreiheit, gut sieben Zentimeter zusätzliche Kniefreiheit und ein bequemes Plus von 39 mm Ellenbogenbreite im Vergleich zum Vorgänger freuen – um nur ein paar der Pfunde zu nennen, mit denen der Octavia jetzt wuchert. Begeisterung stellt sich beim Riesenkofferraum ein, der von 590 l auf 1580 l erweiterbar ist.

Praktisch: Der Smartphone-Halter steckt im Cupholder.

Dazu kommen die sogenannten "Simply Clever"-Lösungen für den Alltag, die Männern ein müdes Lächeln entlocken, bei Frauen aber wahre Begeisterungsstürme auslösen. Nehmen wir die kleinen Mülleimer für die Innentür: Hier lässt sich schnell das Kaugummipapier versenken, das sonst in der Innentürablage vergammelt. Oder der Eiskratzer: Steckt im Tankdeckel – wo sonst? Für die lästige Warnweste gibt es ein Fach unter dem Fahrersitz. Und auch auf die Frage, wohin mit der einzelnen Einkaufstüte, gibt es eine Antwort. Meist entleert sie sich doch auf der Heimfahrt einmal komplett, und Eier und Tomaten kullern wild durcheinander. Die Octavia-Lösung? Ein praktischen Haken an der Seitenverkleidung, an der sich die Tüte vertäuen lässt. Clever!

Der Klassiker: Der Eiskratzer im Tankdeckel.

Dazu kommt ein prima Fahreindruck: Insgesamt stehen acht Diesel- und Benzinaggregate zur Verfügung, die ein Leistungsspektrum vom 1,2 TSI mit 86 PS bis zum 1,8 TSI mit 180 PS abdecken. Ab Ende 2013 soll es zudem eine GreenLine-Version geben – ein 1,6 TDI mit 110 PS, 3,4 l/100 km Verbrauch und einem Topwert von nur 89 g CO2 pro km. Wir testeten den Benziner 1,2 TSI mit 105 PS und manuellem Sechs-Gang-Getriebe ausführlicher. Gleich vorweg: Das macht Spaß. Die kleinere Motorisierung reicht völlig aus, um den Octavia flott über die Straßen zu bugsieren. Bei Überholmanövern zeigt er sich stark, die Beschleunigung erfolgt zügig. Auch die Kurven lassen sich exakt nehmen. Beim Schalten kommt Freude auf, da hakelt nichts. Und bei alledem kann man sich auch noch entspannt mit seinem Nachbarn unterhalten – das Motorengeräusch fällt so gut wie gar nicht auf.

Fazit

Der Skoda Octavia fängt auf der Straße wahrscheinlich keine bewundernden Blicke. Seine Stärken liegen eindeutig im Inneren, wo er gewaltig punkten kann. Viel Auto für günstiges Geld. Den Skoda, der ab Februar beim Händler steht, gibt es als Basisversion ab 15 990 Euro.

K. Basaran

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Klassenbester mit großer Klappe

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