Smart: Start-Stopp-Automatik unter dem Stern

München - Wie schon BMW will auch Mercedes in Zukunft verstärkt auf eine Start-Stopp-Automatik setzten, damit ihre Autos im Leerlauf und im Stop-and-Go-Verkehr weniger Sprit verblasen. Die Einführung dieser Technik starten die Schwaben zum Jahresende im Smart. Mittelfristig wollen sie dann ähnliche Lösungen in allen Modellreihen anbieten, kündigt Forschungs- und Entwicklungsvorstand Thomas Weber an.

 Den Anfang macht der Mini mit einem so genannten Micro hybrid Drive, der den Verbrauch um knapp zehn Prozent auf 4,3 Liter senken soll. Was einem CO2-Ausstoß von 103 Gramm pro km entspricht. Zum Start gibt es die neue Antriebstechnik nur in der Kombination mit dem 71 PS starken Benziner, wobei weitere Motorversionen schon bald folgen dürften. Bei einer Geschwindigkeit unter acht km/h schaltet das System den Motor selbstständig beim Treten des Bremspedals ab und startet ihn ohne Verzögerung wieder, sobald man das Pedal losläßt. Das System lässt sich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit problemlos bedienen, eine Änderung des Fahrstils ist nicht nötig.

Beim Rückwärtsfahren ist die Start-Stopp-Funktion ausgeschaltet. Wird der Vorwärtsgang wieder eingelegt, bleibt das System für zehn Sekunden ausgeschaltet, um den Parkvorgang nicht zu erschweren. Wer will, kann die Start-Stopp-Funktion mit einem Schalter auf der Mittelkonsole bis zum nächsten Startvorgang des Wagens aber auch ganz deaktivieren. Kern des Systems ist ein riemengetriebener Starter-Generator, der das Bordnetz mit elektrischer Spannung versorgt und in einer Zweitfunktion als Anlasser verwendet wird. Ein speziell entwickeltes Steuergerät regelt hier die Starter- und Generatorleistung, eine separate Batterie dient als Energiespeicher.

Der Zweisitzer wird als Coupé und Cabrio in drei Ausstattungslinien in den Handel kommen. Außerdem wird zur Markteinführung eine limitierte, besonders attraktive Sonderserie das Angebot ergänzen. Zum Einstiegspreis will Mercedes jetzt noch nichts verraten, er dürfte allerdings bei rund 10 500 Euro und damit unter dem der Dieselversion liegen. Eine Übernahme der Technik auch für andere Mercedes-Modelle ist vorstellbar. Denn "wir haben diese Technik ganz fest im Visier und werden solche Lösungen künftig in allen Baureihen anbieten", sagt Weber.

Beginnen werde man mit den Benzinern, doch auch die Diesel würden folgen. "Das ist nur noch eine Frage der Zeit, und dabei reden wir nicht mehr über Jahre", schränkt er den Zeitraum ein. Mehr über die Start- Stopp-Technologie bei Mercedes, die auch den Verbrennungsprozess in den Ein- und Ausschaltvorgang einbezögen, werde das Unternehmen allerdings erst im September auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt verraten. Aber das ist noch nicht alles mit den Smart- Plänen bei Mercedes: Ohne Verbrennungsmotor und absolut emissionsfrei geht der Smart Fortwo ab September in London an den Start. Im Rahmen eines vierjährigen Pilotprojektes werden nämlich 100 Stadtflitzer nur mit Elektromotoren an Bord testweise bei diversen Behörden und Firmen eingesetzt.

Das Elektroaggregat im Heck des Kleinstwagens leistet 41 PS und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 112 kmh. Gespeist wird es von einer Zebra-Batterie, die an jeder 230-Volt-Steckdose aufgeladen werden kann und für eine Fahrtstrecke von 115 Kilometern ausreicht. An der heimischen Steckdose dauert der Ladevorgang acht Stunden. Eine komplette Aufladung kostet dabei rund zwei Euro.

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