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Sommerflitzer: Citroëns Méhari kam 1968 in Frankreich auf den Markt.

Der Spaßflitzer der Côte d'Azur

Es läuft und läuft und läuft - Citroëns Spaßauto Méhari. Im Süden Frankreichs ist der lustige Flitzer auch mehr als 40 Jahre nach der Markteinführung weiter das Symbol der urbanen Spaßgesellschaft.

Gilles Dupuy parkt sein Auto vor einem belebten Strandlokal. Abschließen muß er es nicht - sein Wägelchen hat keine Türen. Nicht einmal ein Dach hat der knallgelbe Spaßflitzer. “Er kommt sogar ohne Frontscheibe aus - die läßt sich auch noch umklappen“, sagt der Franzose. Méhari heißt das äußerst spartanisch eingerichtete Freizeitauto von Citroën, das gerade mal 550 Kilogramm auf die Waage bringt und von einem tuckernden 29-PS-Zweizylinder-Motörchen angetrieben wird. Seit mehr als vier Jahrzehnten genießt der unverwüstliche Kleinwagen einen steten Kultstatus.

Von den deutschen Behörden wegen der leichten Entflammbarkeit seiner Kunststoffkarosse werksoffiziell nie zugelassen

“Das Auto ist so beliebt wie eh und je. Es gibt noch recht viele davon auf den Straßen - wir haben allein 80 000 Eigentümer als Kunden registriert“, sagt Georges Marques. Seine Firma 2CV Méhari Club Cassis hat 1995 von Citroën die Markenrechte und Werkzeuge für den Méhari erworben; fünf Jahre später folgten dann auch die für die 2CV Ente, auf deren Chassis die Kunststoffkarosserie des Méhari ruht. Weltweit hat das Unternehmen heute 200 000 Kunden, die es mit Ersatzteilen, aber auch neuwertig aufgebauten Fahrzeugen versorgt.

1968 eingeführt - Produktionsende 1987

Der nach einem Rennkamel benannte Méhari symbolisierte einst das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Schlichtheit und Fahrspaß gingen bei dem Wägelchen mit dem angedeuteten Wellblech-Look Hand in Hand. Ein idealer Sommerflitzer für den Strand, der zwischen Côte d'Azur und Atlantikküste in den Sommermonaten ein ewiges Revival zu feiern scheint. Kein Feldweg, keine Düne, vor der er kapituliert - mit seinem Leichtgewicht besteht kaum Gefahr, im Sand zu versinken.

Louis de Funes.

Das robuste Freizeitmobil von Citroën wurde im gesellschaftlichen Umbruchjahr 1968 eingeführt. Bis zum Produktionsende 1987 wurden rund 145 000 Fahrzeuge verkauft. Das urige Frischluft-Gefährt gab es selbst als Militärversion oder 4x4-Ausführung. Auch heute ist er weiter populär: Frankreich-Urlauber entdecken ihn noch immer vor Edelrestaurants in Nizza ebenso wie in den Dünen um Biscarosse.

unverwüstlicher Kleinwagen mit Kultstatus

Brigitte Bardot ließ sich in ihm fotografieren, als sie in ihren wilden Jahren - Sonnenbrille auf der Nase, Strohhut auf dem Haupt - damit durch St. Tropez jagte. Klamauk-Schauspieler Louis de Funes brauste in dem Gutelaune-Auto durch seine Filme - und noch immer lassen sich französische Prominente gerne in ihrem Méhari ablichten, wenn Promi-Magazine zum Sommer-Interview bei ihnen anklopfen.

Von den deutschen Behörden wegen der leichten Entflammbarkeit seiner Kunststoffkarosse werksoffiziell nie zugelassen, stehen die Spaßautos in Frankreich hoch im Kurs: Gut erhaltene Méharis werden je nach Zustand für 7000 bis 21 000 Euro gehandelt.

2CV Mehari Club Cassis www.mehariclub.com

Ralf E. Krüger, dpa

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