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Die SPD will nach vierjähriger Testphase die Gigaliner auf deutschen Straßen wieder abschaffen.

Nach vier Jahren Testversuch

SPD: Keine Gigaliner mehr auf deutschen Straßen

Irsee - Seit fast vier Jahren sind Riesen-Laster auf ausgewählten Fernstraßen im Testbetrieb unterwegs. Der Versuch endet heuer - und beim Versuch soll es auch bleiben, meint die SPD.

Die SPD will die Zulassung der 25 Meter langen Lang-Lkw in Deutschland stoppen. Nach dem Ende des seit 2012 laufenden Feldversuchs mit gut 130 „Gigalinern“ auf den Straßen soll Schluss sein. Ein Regelbetrieb wäre die „falsche Weichenstellung im Güterverkehr“, sagte Martin Burkert, der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, am Mittwoch in Kloster Irsee. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) wolle die Gigaliner für den Verkehr zulassen. „Ich sage ganz klar, ich kann mir das für die SPD nicht vorstellen“, betonte Burkert bei der Winterklausur der SPD-Landtagsfraktion in dem ehemaligen schwäbischen Kloster. „Der Lang-Lkw ist kein Fahrzeug für die deutsche Straßeninfrastruktur.“

Die Gigaliner sind sechs Meter länger als die bislang zugelassenen Lkw-Gespanne. Lang-Lkw seien „sicherheitsgefährdend bei Überholvorgängen“, sagte Burkert. „Brücken und Kreisverkehre sind darauf nicht ausgerichtet, Bahnschranken müssten neu vertaktet werden.“

Beim derzeit größten in Bayern geplanten Verkehrsprojekt ziehen CSU und SPD aber an einem Strang: dem Bau des zweiten Münchner S-Bahn-Tunnels. Die SPD will sich dafür einsetzen, dass der Bund mit einem kräftigen Zuschuss bei dem mutmaßlich über drei Milliarden Euro teuren Vorhaben hilft. In Baden-Württemberg gebe der Bund 1,8 Milliarden Euro für Lärmschutz und Ausbau der Bahnstrecke im Rheintal, sagte der SPD-Verkehrspolitiker. „Es kann nicht sein, dass es nur für Baden-Württemberg Geld gibt. Auch Bayern muss für die Stammstrecke Bundesmittel bekommen.“ Eine aktuelle Kostenschätzung der Bahn gibt es noch nicht. „Die drei Milliarden werden wohl überschritten“, sagte Burkert.

Bereits fest steht, dass der Bund Zuschüsse für den barrierefreien Umbau kleiner Bahnhöfe geben wird. Doch sind die Gelder so knapp bemessen - 50 Millionen Euro für alle Bundesländer - dass damit voraussichtlich nur ein halbes Dutzend Bahnhöfe in Bayern umgebaut werden kann. Nach wie vor sind aber mehrere hundert Haltepunkte der Bahn in Bayern nicht barrierefrei. Die SPD fordert deshalb die Staatsregierung zum Einspringen auf. „Es kann nicht sein, dass wieder viele Bahnhöfe hinten runter fallen“, sagte Annette Karl, die Wirtschaftsexpertin der Landtags-SPD.

Die Gigaliner kommen!

dpa

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