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Spritklau ist vor allem Männersache (Symbolbild)

Tatort Tankstelle

Spritklau ist vor allem Männersache 

Leipzig - Noch nie haben in Deutschland so viele Autofahrer Sprit getankt ohne zu zahlen. Das Motiv sind die hohen Benzinpreise. Eine Studie zeigt jetzt, dass vor allem Männer klauen und wo.

85.065 Tankbetrugs-Delikte wurden bei der Polizei letztes Jahr angezeigt. Im Vergleich zu 2010 ist das ein Anstieg von 10 Prozent. Das Bundeskriminalamt beziffert den Schaden auf 5,75 Miollionen Euro. Das Onlineportal auto.de jetzt eine Liste herausgegeben, in welchen Städten am meisten Sprit geklaut wird.

Das Ergebnis überrascht erstmal: Gemessen an der Anzahl der Tankstellen und den bei der Polizei gemeldeten Tankbetrugsfällen, ist Solingen demnach die Betrugshauptstadt Nummer eins in Deutschland. Statistisch betrachtet wird jede Solinger Tankstelle 22-mal im Jahr von Tankbetrügern heimgesucht.

Tankbetrugs-Hochburgen in Deutschland

  • Platz 1. Solingen (547 Fälle - jede Tankstelle 22 pro Jahr)
  • Platz 2. Leipzig (726 Fälle - jede Tankstelle 21 mal pro Jahr)
  • Platz 3. Bottrop (319 Fälle - jede Tankstelle 20 pro Jahr)
  • Platz 4. Berlin (6.221 Fälle - jede Tankstelle 18 pro Jahr)
  • Platz 5. Konstanz (124 Fälle - jede Tankstelle 18 pro Jahr)
  • Platz 6. Hamburg (2.831 Fälle -  jede Tankstelle 17 pro Jahr)
  • Platz 7. Bonn (435 Fälle - jede Tankstelle 17 pro Jahr)
  • Platz 8. Köln (2.454 Fälle - jede Tankstelle 17 pro Jahr)
  • Platz 9. Magdeburg (305 Fälle - jede Tankstelle 16 pro Jahr)
  • Platz 10. Saarbrücken (415 Fälle - jede Tankstelle 13 pro Jahr) 

Motiv

Wut auf die Mineralölmultis oder Geldnot? Die Ursache für den Trend zum Benzinklau liegt nach der Studie von auto.de klar auf der Hand und zwar im Preis: Wer etwa im Juni 2010 Super tankte, zahlte rund 1,43 EUR für den Liter. Zwölf Monate später waren es schon 1,56 EUR. Bei Diesel ist es ähnlich: Im Juni 2010 waren noch 1,24 EUR pro Liter zu berappen, ein Jahr später 1,42 EUR (Quelle: Mineralölwirtschaftsverband e.V.).

Die skurrilen Begründungen für steigende Benzinpreise

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Tätertypen

Laut den Untersuchungen von auto.de ist der Spritklau ist eine Männerdomäne. Von den über 31.000 ermittelten Tatverdächtigen waren 2011 78 Prozent Männer (2010: 79 Prozent). Bei Frauen lag die Tatverdächtigen-Quote bei 22 Prozent (2011) und 21,11 Prozent (2010).

Ob nun Mann oder Frau, der typische Sprit-Betrüger ist zwischen 21 und 60 Jahren alt (82 Prozent). Über 60-Jährige sind an der Tankstelle scheinbar ehrlich. Ihr Anteil an der Tätergruppe ist knappe 8,6 Prozent. Übrigens nur 4,12 Prozent der Fahranfänger zwischen 18 und 21 Jahre trauen sich, laut der Studie, überhaupt einen Tankbetrug zu.

Was besondes aufällt: Die Betrüger sind sehr faul. Weite Fahrtstrecken scheinen ihnen ein Graus zu sein. Denn über ein Drittel der Spritklauer kommen aus der gleichen Gemeinde, in der die 'betrogene' Tankstelle liegt. 14 Prozent kommen aus dem Landkreis und 29 Prozent aus demselben Bundesland. Nur 7 Prozent der ermittelten Benzindiebe sind ausländische Autofahrer, gewesen.

Tankstellenbetrüger fallen sonst nicht auf. Nur ein Drittel waren der Polizei bekannt.

ml/ auto.de

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