Stuttgarter Sauber-Diesel

München - Ab Anfang Dezember gibt es den saubersten Diesel von Mercedes auch bei uns zu kaufen: Zum Einsatz kommt der saubere Bluetec-Selbstzünder zunächst in der E-Klasse als E 300. Dahinter verbirgt sich der bekannte 3,0-l-Diesel aus dem E 320 CDI, der auch weiterhin angeboten wird.

Zur Verbrauchssenkung wurde die Leistung jedoch um 13 auf 211 PS reduziert, ein spezielles Abgasreinigungssystem senkt zusätzlich den Schadstoffausstoß. Der E 300 Bluetec kostet ab 50 397 Euro und liegt damit exakt 1190 Euro über dem E 320 mit gleichem Motor, aber ohne die saubere Dieseltechnik.

Durch den gleichzeitigen Einsatz eines Oxidationskatalysators, des Partikelfilters, eines NOx-Speicherkats und eines Selective Catalytic Reduction-(SCR)-Kats werden die Abgase so minimiert, dass selbst die Grenzwerte der ab 2011 in Kraft tretenden Euro 5- Norm deutlich unterschritten werden. Mit weiteren Maßnahmen will man mit der Bluetec- Technologie sogar die erst ab 2015 in Kraft tretende Euro 6-Norm erreichen. In den USA bietet Mercedes den E 300 Bluetec als E 320 Bluetec bereits seit einem Jahr an. Im kommenden Jahr werden in der GL-, der M- und der R-Klasse drei weitere Modelle mit Bluetec-Motoren auf den Markt kommen. Um bei diesen schwereren Modellen die strengen US-Grenzwerte zu erreichen, muss jedoch zusätzlich eine Harnstoff-Einspritzung (Ad Blue) verwendet werden. Das gesamte System kommt hierzulande ohne Harnstofftank aus, dshalb merkt der Fahrer von Bluetec nichts. Auch die leicht reduzierte Leistung des Motors fällt in der Praxis nicht ins Gewicht, zumal das Drehmoment erhalten blieb. Wie viele Käufer allerdings bereit sein werden, die zusätzlichen 1190 Euro für die Umwelt und einen eventuell besseren Wiederverkaufswert anzulegen, ist derzeit schwer einschätzbar.

Daneben bieten die Schwaben ihren V6- Ottomotor mit Benzindirekteinspritzung der zweiten Generation jetzt auch in der E-Klasse an. Wie bereits im Coupe CLS arbeitet dort nun ein 3,5-l-Triebwerk mit 292 PS. Im Vergleich zum baugleichen V6 mit konventioneller Einspritzung sind das 20 PS mehr Leistung; das maximale Drehmoment steigt um 15 Nm auf 365 Nm. Der Verbrauch allerdings sinkt um zehn Prozent. Der E 350 CGI begnügt sich mit 8,7 bis 9,2 Liter auf 100 km, das T-Kombimodell benötigt ein Schnapsglas mehr. Den Grundpreis für die Limousine gibt Mercedes mit 52 598 Euro an.

Mehr Leistung und Drehmoment bei gleichzeitig deutlich weniger Verbrauch: Möglich wird diese motorische Kreisquadratur durch den Einsatz der neuen Benzindirekteinspritzung. Schnelle und sehr präzise Piezo-Injektoren sorgen für eine strahlgeführte Einspritzung. Mit bis zu drei Einspritzungen pro Takt wird eine magere Schichtladung erreicht, bei der nur im Bereich der Zündkerze ein zündfähiges Gemisch entsteht. Erst unter Volllast oberhalb von 160 km/h wird der sparsame Magermix aufgegeben und auf homogenen Betrieb umgeschaltet.

Mit dem starken Benziner fährt sich die EKlasse ausgesprochen agil, das maximale Drehmoment von 365 Nm liegt dabei zwischen 3000 und 5100 Touren ständig an. Im Vergleich zum konventionellen V6 arbeitet der CGI einen Tick rauer, bleibt dabei aber dennoch immer angenehm und wird niemals wirklich laut. Mit der schweren Limousine hat er leichtes Spiel. Ein echter Effekt wird aber nur dann erreicht, wenn der Gasfuß nicht ständig voll durchgetreten wird. Der Aufpreis zum konventionellen 3,5-Liter- V6 fällt mit rund 1200 Euro moderat aus, so dass sich der CGI als leistungsstärkere und günstigere Alternative durchaus rechnen kann.

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