Super, dieses Bike

- S wie sportlich, S wie schnell, S wie stark - zum neuen BMW-Flaggschiff K 1200 S passen Eigenschaften, die man bislang kaum mit der weiß-blauen Marke in Verbindung brachte. Fast schwindlig kann einem schon allein bei der Lektüre der wichtigsten Daten werden: 167 PS (123 kW) Nennleistung, 280 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Beeindruckend. Und doch schien es, als hätte sich BMW auf zu dünnes Eis vorgewagt, denn der Verkaufsstart wurde nach der Präsentation im Sommer 2004 wegen Motorproblemen auf den Frühsommer 2005 verschoben. Jetzt konnten wir endlich ausgiebig testen, was dran ist am BMW-Superbike. Der Vierzylinder mit 1157 ccm Hubraum springt auf Knopfdruck willig an, der erste Gang lässt sich auch in kaltem Zustand sauber und präzise einlegen. Sobald der Motor auf Betriebstemperatur ist, darf dann auch mal am Gas gedreht und das Potenzial abgerufen werden. Bis 11 000 U/min kann die Drehzahlmessernadel hochgejagt werden, und dann ist die BMW so was von sportlich, schnell und stark, dass einem leicht der Atem wegbleibt. Trotz stattlicher 248 kg Leergewicht kann man auf kleinen Straßen wunderbar herumräubern. Dass die BMW auf gut ausgebauten Überlandverbindungen dank des erstmals bei einem Serienmotorrad verwendeten Duolevers am Vorderrad und der neu konstruierten Paralever-Hinterradschwinge eine gute Figur macht, überrascht nicht wirklich -das erwartet man von einer BMW dieses Kalibers einfach. Unser Exemplar war mit der elektronischen Fahrwerksverstellung ESA (Aufpreis: 650 Euro) ausgestattet, mit der ganz auf die individuellen Wünsche eingegangen werden kann. Fast immer war bei uns das Programm "Sport" eingestellt, denn dies taugt auf der K 1200 S einfach am besten. Gegenüber den Supersportlern der Mitbewerber muss sich die flotte Bayerin also keineswegs verstecken, auch wenn sie von ihrer Charakteristik her deutlich komfortabler angelegt ist als so manch anderes Produkt mit Wurzeln im Rennsport. Da denkt BMW fahrerorientierter als die Konkurrenz, denn wer entspannt unterwegs ist, fährt letztlich sicherer. Langsam muss das nicht unbedingt sein: Die Höchstgeschwindigkeit zu erreichen (und zu halten), ist bei entsprechender Verkehrslage kein Hexenwerk. Trotz eher zügiger Fahrweise ermittelten wir einen annehmbaren Durchschnittsverbrauch von 6,3 Liter auf 100 km. Kritik? Dass das rechte Knie trotz Abdeckung durch die Motorabwärme im Stadtverkehr sehr warm wird, dass teures Super-plus- Benzin getankt werden muss und dass stattliche 14 850 Euro auf den Tisch geblättert werden müssen (zusätzlich kosten ESA 650 Euro, Heizgriffe 185 Euro und die Diebstahlwarnanlage 175 Euro). Dafür hat BMW mit der K 1200 S aber nun ein Motorrad im Angebot, dessen anfänglichen Probleme wohl behoben sein dürften und das nicht nur für den Münchner Hersteller eine neue Dimension erschließt.

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