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Der GT-R liebt den großen Auftritt, ganz fein hingegen verschwinden die Türgriffe im Blech.

Klatschreporterin gibt Gas

Temperament trifft Temperament: der Nissan GT-R im Härtetest

570 PS, Allrad, 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe: Damit schafft es der Nissan GT-R von 0 auf 100 in nur 2,8 Sekunden. Unsere Klatschkolumnistin saß am Steuer.

Von 0 auf 100 in 2,8 Sekunden? Ha! Unsere Klatschkolumnistin Ulli Schmidt schafft’s nach Angaben ihrer Kolleginnen locker in der Hälfte wenn ihr eine PR-Agentur ein unmoralisches Angebot macht oder sich einer mit mehr als drei Anrufen in die Zeitung zwängen will. Die Chronistin des Lebens Schöner und Reicher kann es auch gar nicht leiden, in welchem Wettstreit auch immer, wenn jemand vor ihr liegt. Sie liebt Wendigkeit und Geschwindigkeit – in jeder Beziehung! Auch auf der Straße:

Imposanter Japaner: Der Nissan GT-R mit 570 PS.

Ja, Tempo macht mich glücklich. Auch Agilität, vor allem aber Stärke, die alle Sinne berauscht. Da kommt der Sportwagen mit dem Ruf eines Porsche-Killers zum Ausfahren gerade recht: der Nissan GT-R. 3,8-Liter-V6-Motor, 570 PS, Allradantrieb, 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe . Weil sanftmütig und bescheiden ist eine Klatschreporterin nur privat, ansonsten fährt sie mit den VIPs auf der Überholspur des Lebens, wo ein starker Eindruck zählt.

Preise ab 99.900 Euro

Nun, imponieren will dieser neu überarbeitete Sportwagen in der Version 2017 (ab 99 900 Euro) auch. Ziemlich plakativ sogar – mit kantiger Männlichkeit. So breit (1,89 Meter) und lang (4,71 Meter) wie der ist, und dazu noch der beeindruckende Hintern. Fast frivol – mit diesem Heckspoiler, den vier runden Rückleuchten und vier fetten Auspuffrohren.

Gut, die Farbe Katsura Orange mit Perleffekt (2000 Euro extra) ist Geschmackssache, in Dunkelgrau würde der Potenzprotz mit den breiten Schultern noch viel lässiger aussehen.

Jedenfalls – der GT-R beeindruckt. Nicht nur rein äußerlich. Auch, wenn er aus vier Rohren bullert. Allerdings tut er das so richtig erst, wenn man ihn tritt – im gedrosselten Stadtverkehr nimmt er sich nämlich als Kavalier leise zurück.

Nissan GT-R: Noch eine Rarität auf deutschen Straßen

Dafür sind in diesem Modus eindrucksvolle Auftritte gewiss: Der Doorman vom Nobelhotel Bayerischer Hof, Luca Farina, sieht sofort: neues Modell. Viele PS. Fantastico. Jeden Luxusschlitten hat er schon in die Hotelgarage gefahren, nur noch nicht diesen. Denn einen solchen kriegt man hierzulande bislang selten zu sehen, obwohl so viel PS preislich nahezu unschlagbar sind. Aber ein Geschäftsmann am Münchner Prinzregentenplatz – der fährt GT-R in dunkelgrau. Es ist ein Männerauto, mit dem eine Frau am Steuer viele neidische Männerblicke auf sich zieht.

Der Motor ist wie Musik in den Ohren

Und ungläubige bei Tempo 280 auf der Überholspur. 315 km/h wären drin. Der Sportwagen braucht Auslauf: Autobahnen und Landstraßen, auf denen Frau Drehzahlmesser und Motorsound hochjubeln kann – am Liebsten manuell im R-Modus (High Performance). Bose-Sound braucht’s da keinen mehr, der Motor macht die Musik.

Und die Technik den stabilen Lauf: Der GT-R klebt in jeder Kurve, was eine Klatschkolumnistin von ihrer Kundschaft nicht immer behaupten kann. Bescheidenheit ist in der Welt der Schönen und Reichen selten eine Zier, und auch so ein Potenz-Schlitten will und will und will – nur nicht kleinlich sein! Im Schnitt knapp 15 Liter Edel-Stoff (100 Oktan) verlangt der Wagen im lustvollen Kurven- und Temporausch. Schließlich steht ja auch nicht der Tacho auf der Armaturentafel im Mittelpunkt, sondern der Drei mächtige Buchstaben: Der GT-R liebt den großen Auftritt, ganz fein hingegen verschwinden die Türgriffe im Blech Drehzahlmesser. Womit wir bei den 637 Newtonmetern Drehmoment für technikverliebte Männer wären. Was für Frau daran so schön ist: die Freiheit!

Ein normaler Parkplatz kann eng werden

Und die hat dieser Potenzprotz auch innen. Selbst für eine 1,86 Meter große Klatschkolumnistin. Das bedeutet aber auch, dass ein gewöhnlicher Parkplatz (2,3 mal 5 Meter) in der Stadt für den GT-R (1,89 Meter breit, 4,71 Meter lang) eine Herausforderung ist, wenn sich überhaupt eine Lücke findet.

Je länger die Reporterin aber den GTR fährt, desto mehr Glückshormone rauschen bei ihr durch: beim Beschleunigen, beim Porsche überholen, beim Männer-Gucken an Ampeln. Das ist wie ein bisschen Hollywood. Und wenn ich das Auto mit einem Filmstar vergleichen würde: Es wäre Marlon Brando. Ein Außenseiter, aber ein Perfektionist. Gefährlich. Kantig. Schwer. Gierig.

Neue Autos brauchen neue Marken: Das Phänomen der Submarken

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