+
60 km/h und weniger auf Autobahnen sind kein Verstoß

Tempo 60 auf der Autobahn kein Verstoß

Berlin - Drängler, Mittelspurblockierer oder Schleicher - diese Autofahrer nerven einfach. Doch wer meint, auf der Autobahn gilt eine Mindestgeschwindigkeit von Tempo 60, irrt.

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, das es eine Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h auf der Autobahn vorgeschrieben ist.

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt lediglich vor, dass Autobahnen nur von Kraftfahrzeugen benutzt werden dürfen, “wenn deren durch die Bauart bestimmte Höchstgeschwindigkeit 60 km/h und mehr beträgt“. Darauf macht die Deutsche Verkehrswacht in Berlin aufmerksam.

Allerdings dürfen Fahrer nicht mit beliebig geringer Geschwindigkeit unterwegs sein dürften, sagt Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE). “Gegen die StVO verstößt auch, wer ohne triftigen Grund durch Langsamfahren den Verkehr behindert.“ Die Geschwindigkeit müsse so gewählt werden, dass sie sich dem Verkehrsfluss anpasse.

Das sind die nervigsten Autofahrer

Das sind die nervigsten Autofahrer

Die wichtigsten Vorschriften auf der Autobahn

  • Standstreifen am Stau vorbei

So verstoßen Autofahrer gegen die StVO, wenn sie auf dem Standstreifen an einem Stau vorbei zur nächsten Ausfahrt rauschen. Wer den Seitenstreifen zum schnelleren Vorwärtskommen als Überholspur nutzt, ist nach Ziffer 88 des Bußgeldkatalogs mit 75 Euro Bußgeld und zwei Punkten in Flensburg dabei. 

  • Rechts Überholen

Auch rechts Überholen stellt einen Verstoß dar und ist nur erlaubt, wenn der Verkehr stockt oder steht. Bei Kolonnen, die mit unterschiedlichem Tempo nebeneinander herfahren, etwa links mit Tempo 60, rechts mit 80 km/h (§ 7.20 StVO)

  • Fließender Verkehr hat Vorrang

Eine Pflicht zum Ausscheren nach links, um einfädelnden Fahrzeugen an Zufahrten Platz zu machen, besteht laut Verkehrswacht nicht. Wer auf die Autobahn auffährt, muss Vorfahrt gewähren. Erzwingt er die Auffahrt, ist er mit 75 Euro und drei Punkten dabei (§ 18.3 StVO, Ziffer 82 BKat). Besser: kurz den Standstreifen benutzen, dann vorsichtig einfädeln

  • Mittelspurblockierer

Notorische Mittelspurfahrer verstoßen gegen das Rechtsfahrgebot des § 2 Straßenverkehrsordnung. Mittelspurfahrern drohen 80 Euro Bußgeld und ein Punkt.

  • Lichthupe

Mit Lichthupe andere Autos von der Spur zu scheuchen, ist Nötigung nach § 240 Strafgesetzbuch. Darauf stehen Geldstrafe oder bis zu drei Jahre Haft. Auch Führerscheinentzug ist möglich.

  • Abstand halten

Grundsätzlich gilt beim Abstand die Hälfte des Tachos. Bei Tempo 130 sollten der Abstand 65 Meter betragen. Wer zu nah auffährt kassiert bei 5/10 des Tachowerts eine Strafe von 100 Euro und 2 Punkte in Flensburg.

  • Parken

dpa/ml

Wer auf der Autobahnen seinFahrzeug parkt. Zahlt 70 Euro Strafe und kassiert 2 Punkte in Flensburg.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Brummi macht "Panzer-Blitzer" platt - So viel kostet ihn das Kunststück
Eigentlich sollte der Blitzer jeglicher Form von Vandalismus standhalten. Aber einem Lkw war das mobile und sehr teure Gerät dann doch nicht gewachsen.
Brummi macht "Panzer-Blitzer" platt - So viel kostet ihn das Kunststück
Immer mehr Menschen nutzen Handy oder Tablet für Stauinfos
Über die aktuelle Verkehrslage informieren sich die meisten Autofahrer noch immer über die klassischen Verkehrsnachrichten im Radio. Immer mehr greifen jedoch zu ihrem …
Immer mehr Menschen nutzen Handy oder Tablet für Stauinfos
Dieser Golf wirkt unscheinbar, hat es aber faustdick unter der Haube
Alles andere als eine Rentner-Karre: Dieser Tuning-Opa verwandelt seinen Golf in ein wahres PS-Monster, weil ihm 300 PS noch nicht genug waren.
Dieser Golf wirkt unscheinbar, hat es aber faustdick unter der Haube
Dieser Rasenmäher mäht Ihren Rasen mit unfassbaren 240 km/h
Praktisch? Wahrscheinlich nicht. Aber er macht Spaß – der Mean Mower. Das Höllengefährt soll den alten Geschwindigkeitsrekord für Rasenmäher brechen.
Dieser Rasenmäher mäht Ihren Rasen mit unfassbaren 240 km/h

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.