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Tempo-Sünderin bekommt 35 Strafzettel – darum muss sie nicht bezahlen

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Von: Marcus Efler

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Auf immer derselben Strecke fuhr eine Französin 35 Mal zu schnell, und wurde jedes Mal dabei erwischt. Deshalb kam sie schließlich ohne Strafe davon.

Besançon (Frankreich) – Viele Autofahrer kennen das: Wenn es rot blitzt, zuckt man zusammen, tritt auf die Bremse (viel zu spät natürlich) und fährt den Rest des Tages besonders langsam und vorsichtig. Sollte man die Stelle mit der Radarfalle regelmäßig passieren, ist man künftig dort besonders brav – wobei es leider auch Autofahrer geben soll, die direkt danach wieder kräftig Gas geben.

Manchmal bemerkt man aber auch gar nicht, dass man gerade gemessen – und sein Verstoß gegen ein Tempolimit dokumentiert wird. Das ist etwa bei den gefürchteten Tempomessgeräten mit „Schwarzlichtblitzern“ der Fall: Die fotografieren ohne sichtbares Licht und sind etwa in Tunneln installiert, um Unfälle durch erschrockene Raser zu vermeiden. Die Post der Gemeinde, die ein paar Wochen später eintrudelt, überrascht dann umso mehr. (Münchner 85 Mal in einem Monat geblitzt – das Bußgeld ist gewaltig)

Tempo-Sünderin bekommt 35 Strafzettel – darum muss sie nichts bezahlen

So ungefähr erging es einer französischen Autofahrerin, die täglich auf der Route nationale 57 bei Besançon unterwegs ist, wie 24auto.de berichtet. Dort stehen zwar keine Radargeräte, aber es gibt dort eine sogenannte Section Control. Diese Art der Tempo-Überwachung ist in Deutschland bislang nur auf der Bundesstraße 6 bei Hannover installiert, in anderen Ländern wie Frankreich aber mehr verbreitet: Dieses System stoppt die Zeit, die ein Auto zwischen zwei Kontrollstellen benötigt, und ermittelt so die Durchschnittsgeschwindigkeit. Liegt sie über dem Tempolimit, wird fotografiert und ein Knöllchen verschickt. (Raser-Weltrekord: Frau brettert mit 700 (!) km/h in Blitzer – wie schafft das ihr Ford Focus?)

Tempo-Sünderin bekommt 35 Strafzettel – von der Section Control erwischt

Im Falle besagter Französin genauer: 35 Knöllchen. So oft war die 22-Jährige auf der Messstrecke zu eilig unterwegs. Die Geldstrafen summierten sich innerhalb eines knappen halben Jahres schließlich auf 2.600 Euro, wie das französische Portal Motor1 berichtet. Dazu sollte Mademoiselle wertvolle Punkte von ihrem Autofahrer-Konto verlieren (das in Frankreich umgekehrt funktioniert wie die deutsche Verkehrssünder-Kartei in Flensburg: Von einem bestehenden Guthaben werden bei Verstößen Punkte abgezogen). (Neuer Bußgeldkatalog: So teuer wird es künftig für Raser und Falschparker)

Kameras einer Section Control. (Symbolbild)
Wachsam: Kameras einer Section Control. (Symbolbild) © Peter Steffen/dpa

Tempo-Sünderin bekommt 35 Strafzettel – weil sie das Stoppuhr-Prinzip nicht kannte

Von dem sich auftürmenden Strafen-Gewitter bekam die Fahrerin allerdings lange nichts mit, da ihr die Bußgeldbescheide erst nach einige Monate zugingen. Zu spät, fand sie, und zog vor Gericht. Ihre bemerkenswerte Begründung: Hätte sie den Strafzettel früher bekommen und von der Section Control und deren Funktionsweise gewusst, wäre sie auch langsamer gefahren.

Tatsächlich folgte das Gericht diesem Argument – und erließ der eiligen Französin die Strafen. Der normale Zeitraum für deren Zustellung, so die Begründung laut dem französichen Portal Motor1, sei nicht eingehalten worden.

Angesichts dieser Milde mag mancher deutsche Gasfuß überlegen, nach Frankreich überzusiedeln. Allerdings gilt hierzulande eine eher noch eindeutigere Langzeit-Regel: Wurde nach drei Monaten der entsprechende Bescheid nicht zugestellt, ist die Angelegenheit verjährt. *24auto.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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