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Die Ducati XDiavel S ist ein Tanz mit dem Teufel.

Fahrbericht

Die mit dem Teufel tanzt: Ducati XDiavel S

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Ein Muscle Bike von Ducati, eine Cruiser gar? Das muss ein teuflisches Werk sein, denn die Italiener können doch nur sportlich. Und so steht nun der Gegenbeweis vor uns: die XDiavel S bittet zum Tanz.

Der Name ist Programm, denn sie sieht aus, als wäre sie in der Hölle geschaffen. Obwohl unser Exemplar in unschuldigem Iceberg White darauf wartet, dass wir es mit einem Druck auf den Startknopf zum Leben erwecken. Zwei Stummelauspufföffnungen, ein dank Einarmschwinge frei schwebendes Hinterrad mit sensationell schöner Felge und viel sichtbares Heavy Metal erfreuen das Auge des Betrachters. Auch weil kein Plastik den Blick auf den V2-Motor verhindert.

Der Fahrer sitzt satt im Sattel, gerade mal einen Dreiviertel Meter überm Boden. Ein gegebenenfalls mitfahrender Sozius hat eine knapp zwei Handflächen große Sitzfläche, die ganz abrupt endet: Dahinter kommt das Nichts. Und die Mitfahrer-Knie werden dank entsprechender Fußrastenplatzierung beziehungsintensiv in den Achselhöhlen des Fahrers verstaut.

Der Start

Keyless Go gehört bei immer mehr Motorrädern zur Ausstattung, auch bei der Italienerin. Also bleibt der Schlüssel im Hosensack und ein Druck auf den Knopf am rechten Lenker aktiviert die Systeme. Ready for Takeoff. Wer die Kupplung zieht und den Startknopf drückt, sollte darauf gefasst sein, dass es einem den Hobel unterm Hintern wegzieht, sobald der Twin losbollert und man den Kupplungsgriff leicht lockert. Sie zerrt am Zahnriemen, und wie vom Katapult abgeschossen stürmt die Diavel dann los, sofern man ihrem Drang nichts mehr entgegensetzt. Nicht vergessen: Der Motor leistet 152 PS, das maximale Drehmoment von 126 Nm liegt bereits bei 5000 U/min. an. Wundert’s, dass das 250-Kilogramm-Bike gerade mal 3,2 Sekunden auf Tempo 100 braucht?

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Fahreindrücke

Die erste Fahrt geht natürlich dorthin, wo es vor allem geradeaus geht: auf die Autobahn. Wir wollen wissen, wie die 240er-Walze am Hinterrad die Kraft auf den Straßenbelag bringt und ob die Diavel ihrem Anspruch als Powercruiser gerecht wird. Sie wird. Im Fahrmodus Sport, in dem volle Leistung bei reduziertem Eingriff von Traktionskontrolle und ABS zur Verfügung stehen, zieht die XDiavel S geradezu brachial ab. Man muss schon aufpassen, dass man selber noch mitkommt und packt entsprechend fest am Lenker zu. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 252 km/h ist erreich- und dank 1615 mm Radstand auch gut fahrbar – dazu sollte man aber bestenfalls den Nacken eines Stieres haben und idealerweise auch noch dessen Testikel, denn das erfordert eine gute Portion Mumm.

Die XDiavel ist aber nicht nur dazu da, den Hinterreifen eckig zu fahren. Sie kann auch Kurven.  Und wie! Dank des breiten Lenkers hat man die Ducati gut im Griff, zirkelt sie sauber ums Eck und wird dabei lange nicht von auf dem Asphalt aufsetzenden Fußrasten an Schräglagen gehindert. Eine saubere Linie vorgegeben, läuft sie brav auch um enge Kehren, und je besser der Untergrund, desto leichter die Kurverei. Bei dieser etwas gemäßigteren Gangart ist nun auch das Stakkato aus den zwei Mini-Mündungen zu vernehmen, die bereits noch vor dem Hinterrad unterm Fahrersitz ihren Sound an die Öffentlichkeit trompeten.

Die Bremsen beißen bei Bedarf und entsprechendem Impuls des Fahrers kernig zu (Kurven-ABS ist Serie), die Spiegel dürften ein paar weniger Vibrationen aufweisen und die Schaltung war – zumindest an unserem Testexemplar – vor allem im Bereich 1. Gang-Leerlauf-2. Gang immer wieder mal sehr hakelig. Bisweilen half nur ein brutaler Tritt, den Gang zu wechseln oder den Leerlauf einzulegen. Informativ und modern ist das TFT-Display, das viele Informationen zu gefahrenen Kilometern und über herrschende Temperaturen verrät, in teilweise in sehr kleinem Zahlenwerk – Diavelfahrer haben halt in anderen Bereichen den Durchblick. Und bei Sonnenschein, den es hin und wieder doch mal gibt, sieht man leider nix mehr im Cockpit. Noch ein Kritikpunkt: Der Schalter fürs Fernlicht ragt am linken Lenkerende so weit in den Griffbereich, dass man hin und wieder unbeabsichtigt aufblendet.

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Die Kosten

An der Zapfsäule muss dann doch der Schlüssel rausgekramt werden, denn der Tank wird noch auf konventionelle Art geöffnet. 18 Liter fasst das Fass. Bei Landstraßentouren bleib der Verbrauch unter 5 Litern auf 100 Kilometer, wir fackelten bei zügigeren Etappen aber auch gut 7,5 Liter auf 100 Kilometer ab, der Gesamtschnitt lag bei 6,2 Liter. Etwas teurer wird’s jedoch erst einmal beim Händler: 22.890 Euro müssen für die Ducati XDiavel S hingeblättert werden. Gegenüber der 20.290 Euro teuren Basisversion ist die S-Version vor allem mit mehr optischem Schmuck und elektronischer Ausstattung versehen, zudem lässt sich die Gabel einstellen. Und wer das Gefühl hat, an seiner Position auf der XDiavel etwas ändern zu müssen: Ab sofort gibt es drei Lenker und je sieben Fußrasten und Sitzbänke zum Nachrüsten – macht 147 mögliche neue Stellungen fürs Diavel-Kamasutra.

Fazit

Die Ducati XDiavel S kann überraschend viel: Sie rennt geradeaus wie eine angestochene Sau, flitzt aber genauso behände durch Kurven und vermag dabei ihre Sportgene nicht zu verleugnen. Und dabei röhrt sie, als sei sie gerade Luzifers Feuer entronnen und sieht obendrein noch teuflisch gut aus!

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Volker Pfau

Technische Daten

Motor

Zweizylinder-V-Motor

mit 1.262 ccm Hubraum

Leistung

152 PS (112 kW)

bei 9.500 U/min

Drehmoment

126 Nm (bei 5.000 U/min)

Höchstgeschwindigkeit

252 km/h

Radstand

1.615 mm

Sitzhöhe

755 mm

Gewicht (vollgetankt)

250 Kilogramm

Tankinhalt

18 Liter

Testverbrauch

6,2 Liter

Preis

22.890 Euro

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