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Alufelgen sehen gut aus. Allerdings passt nicht jede Felge auch auf jedes Auto. Foto: Patrick Seeger

Tiefer, breiter, schneller: So bleibt Autotuning legal

Tunen, frisieren, aufmotzen. Für die individuelle Anpassung eines Autos gibt es viele Namen. Doch nicht alles, was machbar ist, ist auch legal. Beim Tunen gibt es manche Tücken.

Bonn (dpa/tmn) - Wummernde Bässe lassen die Heckscheibe vibrieren. Zwischen Reifen und Radkasten passt kein Blatt Papier, und der Frontspoiler kauert auf dem Boden. Getunte Autos sind nicht jedermanns Sache. Es muss aber nicht immer extrem breit, tief oder glitzernd sein. Tuning geht auch dezenter.

Laut Jürgen Bente vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) sind große und breite Räder besonders beliebt bei Tunern. Dann folgen Karosserie-Kits mit Spoilern und Seitenschwellern. Harald Schmidkte vom Verband der Automobil Tuner (VDAT) sieht es ähnlich: "Rad-Reifenkombinationen mit Sonderrädern gehören uneingeschränkt zu den beliebtesten Tuning-Produkten." Aber auch Tieferlegungen oder Spurverbreiterungen oder das Optimieren von Motor oder Auspuff sei bei Tunern beliebt.

Dabei geht der Trend laut Arnulf Thiemel vom ADAC zum seriennahen Tuning ohne auffällige optische Veränderungen. Auch Maßnahmen ohne großen Umbauaufwand mit problemloser Rückrüstung seien beliebt. Dazu zählen andere Räder, Chiptuning, Folierungen und Auspuffanlagen. "Arbeiten an sicherheitsrelevanten Teilen wie Motor, Antriebsstrang, Fahrwerk und Bremsanlage, aber auch an Airbags und elektrischen Anlagen sind dagegen nur etwas für Profis", sagt Thiemel.

Grundsätzlich führen alle Änderungen am Fahrzeug mit möglichem Einfluss auf die Verkehrssicherheit oder wesentliche Umweltwerte zum Erlöschen der Betriebserlaubnis. "Der Besitzer sollte daher darauf achten, dass das gewünschte Produkt mit dem für eine Legitimierung notwendigen Zertifikat für die Eintragung ausgeliefert wird", sagt Schmidtke. Er rät Kunden, sich vor dem Kauf darüber zu informieren. Der Verband hat die Initiative "Tune it safe" gegründet.

Jürgen Bente vom DVR empfiehlt nur Teile zum Kauf, die eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) haben. Sonst braucht man ein teures Gutachten für eine Einzelabnahme und muss zur Prüfstelle. Anschließend müsse die Veränderung noch in den Fahrzeugpapieren eingetragen werden. Das alles kostet Zeit und Geld.

Nach einer Tuningmaßnahme empfehlen die Experten, die Kfz-Versicherung darüber zu informieren, da sich die Daten des versicherten Risikos verändert haben. Dabei geht eine Motoroptimierung nicht zwangsweise mit einer Neueinstufung der Versicherungsklasse einher.

Beim sogenannten Chiptuning raten die Experten zur Vorsicht. Dabei wird die Kennlinie der Motorsteuerung umprogrammiert, so dass der Motor mehr Leistung erzielt. Allerdings kann die Dauerhaltbarkeit der Bauteile verringert werden. "Auch wenn Motoren mit verschiedenen Leistungen ab Werk oft sehr ähnlich aussehen, wird der Unterschied meist nicht allein durch ein anderes Motorsteuergerät erzielt, sondern durch viele Detail-Maßnahmen", sagt ADAC-Mann Thiemel.

Auch das Tieferlegen von Autos hat Tücken. Nach dem Einbau von kürzen Federn verändert sich die Fahrwerksgeometrie. Wird die nicht an die neuen Bauteile angepasst, verändert sich das Fahrverhalten des Autos massiv.

Vergleichsweise unproblematisch ist der Einbau eines Infotainmentsystems. Aber Bente gibt zu bedenken: "Bei modernen Fahrzeugen mit CAN-Bus-Vernetzung lässt sich nicht jedes beliebige Radio oder Navigationssystem ins Fahrzeugsystem integrieren." So kann die Lautstärkeregelung am Lenkrad in einigen Fällen nicht reagieren oder gar das System lahmlegen.

Nach Meinung von Bente bleibt der Trend zur Individualisierung aber ungebrochen. Das einfachste Tuning zur Verbesserung der Motorleistung wird jedoch oft vernachlässigt: Ein Luftfilter-, Zündkerzen- und Ölwechsel reduziert den Verbrauch und steigert die Leistung.

Initiative Tune it Safe

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