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Toyota RAV4: Klettermax wird Familienauto

Braver Trendsetter

Toyota RAV4: Klettermax wird Familienauto

Mit dem RAV4 war Toyota vor 20 Jahren Trendsetter: Das hochbeinige Allzweck- und Allrad-Fahrzeug sorgte weltweit für Furore und fand seither 4,5 Millionen Käufer.

Mittlerweile tummeln sich auf dem nach wie vor boomenden Markt der Kompakt-SUVs 19 Konkurrenten. Jetzt legt Toyota nach: Am 13. April rollt die vierte Generation des RAV4 auf den Markt – mit neuer, schnittigerer Optik, noch mehr Raumangebot, überarbeitetem Fahrwerk und sparsameren Motoren. Mit dem attraktiven Einstiegspreis von 26.650 Euro für den neuen RAV4 Diesel mit 2,0 Litern Hubraum und 124 PS wollen die Japaner weiter punkten. Beim Fahrtest nahmen wir den neuen Klettermaxe näher unter die Lupe.

Optik und Design

Der RAV4 hat ein neues Gesicht. Der vormals markant-bulligen Frontpartie wurde das brave Toyota-Familiengesicht verpasst – mit breiteren Scheinwerfern und weit innen positionierten Blinklichtern. Gegenüber dem Vorgänger ist der RAV4 um 20 Zentimeter Länge gewachsen, was die Parklückensuche nicht gerade erleichtert, jedoch den Sitzkomfort hinten verbessert und die Ladefläche vergrößert. Die Dachlinie wurde im Vergleich zur dritten Generation um 2,5 Zentimeter abgesenkt und fällt nach hinten coupéartig ab. Zweckmäßige Veränderung am Heck: Die wuchtige, seitlich zu öffnende Tür wurde durch eine Klappe ersetzt. Die schwingt nun ganz konventionell nach oben – gegen Aufpreis auch elektrisch.

Innenraum

Der neue RAV4 ist gewohnt übersichtlich und solide verarbeitet. Anstößig ist im sonst funktionellen Cockpit allerdings für Beifahrer die lange Vorwölbung am Armaturenbrett.

Raumangebot

Spitzenmäßig. Selbst größere Fondbenutzer verfügen über enorme Bein- und Kopffreiheit. Auch das Kofferraumvolumen stieg inklusive Unterbodenfach um 100 Liter auf 647 bis 1746 Liter. Legt man die 60:40 geteilte Rückbank um, entsteht eine nahezu ebene Ladefläche. Gefällig ist die mit 64,5 Zentimeter sehr niedrige Ladekante.

Fahrkomfort

Der RAV4 hat an Handlichkeit (Wendekreis 10,6 Meter) nichts eingebüßt. Fahrwerk und Servolenkung wurden weiter verbessert, lassen den Eineinhalbtonner auch auf Bergstraßen wie auf Schienen dahingleiten. Positiv zudem: Die Fahrgeräusche im Wageninnern sind deutlich reduziert.

Antrieb

Drei Motoren mit Sechsgang-Getriebe stehen zur Wahl: Ein Benziner mit 151 PS und 7,2 Litern Verbrauch. Der 2,2-Liter-Diesel speckte von 177 auf jetzt 150 PS ab und schluckt laut Toyota zwischen 5,7 und 6,6 Liter. Als kostengünstigere Alternative für Familien, Stadtindianer und Vielfahrer entpuppte sich bei unserem Test der neue Diesel mit 2,0 Liter Hubraum, 124 PS und 180km/h Höchstgeschwindigkeit. Im Schnitt benötigt der Spardiesel, der vorerst nur als Frontantriebler zu haben ist, knapp über fünf Liter. Eine Hybridversion ist geplant.

Der neue Toyota RAV4

Der neue Toyota RAV4

Preise und Zubehör: Der Basisdiesel ist ab 26.650 Euro zu haben. Den stärkeren Selbstzünder gibt’s ab 31.850 Euro, den 2,0-Liter- Benziner ab 29.750 Euro. Serienmäßig gibt’s bei vier Ausstattungsvarianten u.a. Klimaautomatik und das Multimedia-Audiosystem Touch. Neu sind optional Sicherheitshelfer wie Fernlichtassistent und Toter-Winkel- und Spurhaltewarner.

Heinz Wilhelm

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