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Erneut müssen Millionen Fahrzeuge von Toyota in die Werkstatt. Allerdings müssen Autofahrer damit warten, bis sie eine offizielle Information darüber erhalten.

Rückrufe

Was Toyota-Fahrer wissen müssen

Gerade hat sich Toyota vom letzten Massenrückruf vor vier Jahren erholt, da kommt schon der nächste: Über sechs Millionen Autos, 92.000 davon in Deutschland, müssen in die Werkstatt.

Eigentlich lief es gerade rund für Toyota. Für das Geschäftsjahr 2013/2014 werden Rekordzahlen erwartet. Vor vier Jahren sah das anders aus, der japanische Autmobilhersteller erlitt einen Imageverlust, musste sich nach einem Rückruf Vertuschung vorwerfen lassen. Daraus hat der Automobilkonzern gelernt, jetzt geht er von Anfang an in die Offensive. 6,39 Millionen Fahrzeuge sollen zurück in die Werkstatt. Betroffen sind in Deutschland 92 000 Halter der Modelle Toyota Yaris, Urban Cruiser, RAV4 und Hilux. Was bedeutet das für die Halter? Wer trägt die Kosten? Und ist die Fahrt in die Werkstatt Pflicht? Ein Überblick.

Die Mängel

Beim Urban Cruiser und Yaris Modellen, die zwischen Juni 2005 und Juni 2009 produziert wurden, kann laut Toyota eine von drei Befestigungsstellen der Lenksäule brechen. Das Auto bleibe aber steuerbar.

Yaris und Urban Cruiser aus dem Produktionszeitraum Juni 2005 bis Mai 2010 betrifft ein zweites Problem. An den Schienen, auf denen die Vordersitze befestigt sind, kann der Einrastmechanismus brechen. Der Sitz werde wackelig, könne aber laut Toyota nicht einfach verrutschen.

Beim Geländewagen RAV4 und dem Pick-up Hilux kann ein Kabel in der Lenksäule durchscheuern. Die Airbag-Warnleuchte im Cockpit blinkt laut Toyota auf, wenn der Defekt eintritt – der Airbag ist dann nicht mehr aktiv. Betroffen sind Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum Juni 2004 bis Dezember 2010.

Bislang wurden laut Toyota Deutschland 1000 Fälle gemeldet. Unfälle habe es noch keine gegeben.

Der Werkstatttermin

Gleich in die Werkstatt fahren funktioniert oft nicht. Halter werden durch das Kraftfahrt-Bundesamt oder den Hersteller schriftlich über den Rückruf informiert. Viele Werkstätten vereinbaren erst dann Termine, wenn ein solches Schreiben vorliegt. Das betroffene Bauteil wird dann überprüft und, wenn nötig, ausgetauscht. Das dauert je nach Modell eine halbe bis maximal vier Stunden und sei für die Halter kostenlos.

Kostenübernahme

„Der Hersteller ist in Deutschland rechtlich nicht verpflichtet, die Reparatur zu bezahlen“, sagt Klaus Heimgärtner vom ADAC. „Es reicht eine Warnung, das Fahrzeug nicht zu fahren. “ Die Hersteller zahlen laut Heimgärtner in der Regel aus Kulanz, um Imageverlusten vorzubeugen. Auch für die Transportkosten in die Werkstatt muss der Hersteller nicht aufkommen.

Wer haften muss

„Keiner kann verpflichtet werden, bei einem Rückruf in die Werkstatt zu fahren“, sagt Heimgärtner. Wer den Rückruf ignoriert, riskiert aber, bei einem Unfall selbst zu haften.

Die Hersteller sind, wenn sie bestimmte Regeln befolgen, aus der Haftung. Sie haben nur eine Beobachtungs- und Instruierungspflicht. Das bedeutet, sie müssen Mängel beobachten und Kunden warnen „Weist einer bewusst nicht auf einen Mangel hin, ist das eine Instruktionspflichtverletzung, die zur Schadensersatzansprüchen führen kann“, sagt Heimgärtner.

Wer während der Rückrufaktion auf Reisen war, kann sich nicht darauf berufen, dass er nichts gewusst hat. „Wenn eine Rückrufaktion wie die jetzige medial verbreitet wurde, darf der Hersteller davon ausgehen, dass alle Kunden informiert sind. Ab einer gewissen Zeit kann man also nur noch auf Kulanz hoffen.

Wer einen Unfall mit einem Gebrauchtwagen hat, der vom Vorbesitzer bei einer Rückrufaktion nicht in die Werkstatt gebracht wurde, muss diesem arglistige Täuschung vorweisen können, wenn er die Kosten übernehmen soll. Hat man bei einem Händler gekauft, greift zumindest im ersten halben Jahr nach dem Kauf die Gewährleistung.

Von Katharina Selle

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