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Lautlos durch London: Der i3 wird das erste Elektroauto von BMW

Was passiert bei einem Flop?

BMW trägt das Elektro-Risiko ganz allein

München – BMW will Vorreiter sein und entwickelte ein rein elektrisches Auto, den i3, der im Herbst auf den Markt kommt. Während andere Hersteller sich von Batterieautos abwenden, hält der Münchner Konzern eisern daran fest.

Norbert Reithofer bleibt Optimist. Von der „uns Deutschen eigenen Skepsis“ spricht der BMW-Chef, wenn es um Elektromobilität geht. In anderen Ländern beobachtet er ganz anderes: „In vielen Großstädten entstehen Parkplätze mit Ladestationen.“ Das passt besser zum Elektrokurs des Münchner Konzerns. Reithofer rechnet damit, auf lange Sicht recht zu behalten. „Wenn man solche Projekte plant, muss man weit in die Zukunft denken“, sagt er. „Bis 2020 und darüber hinaus.“ Nachdem die Zahlen für 2012 bereits letzte Woche veröffentlicht wurden, stand das Elektroauto gestern im Mittelpunkt der BMW Bilanzpressekonferenz.

Immer mehr Autohersteller sparen sich teure Neuplanungen. Plugin Hybrid heißt ihr Königsweg. Das sind Hybrid-Fahrzeuge mit einer Batterie die für 30 bis 50 Kilometer rein elektrisches Fahren reicht. Dann muss das Auto an die Steckdose – oder es fährt mit Benzin weiter. Der Verbrauch und damit der Kohlendioxid-Ausstoß werden so gewertet, dass es Autobauern möglich ist, auf diese Weise mit ihren Flotten künftige strenge Emissions-Grenzwerte abzusenken.

BMW hat zwar auch Plug-in Hybride im Programm. Doch das Zukunftsprojekt i3, auf das der Münchner Konzern so große Hoffnungen setzt, ist etwas ganz anderes. Das Auto hat gar keinen Platz für einen herkömmlichen Benzinmotor samt Getriebe. Es ist für den reinen Batteriebetrieb optimiert.

Das hat Vorteile:

  • Die Batterie ist im Fahrzeugboden integriert. Das ist sicher und lässt Platz für Passagiere und Gepäck.
  • Der dadurch extrem tiefe Schwerpunkt sorgt für gute Fahreigenschaften.
  • Der Verzicht auf Benzinmotor und Getriebe spart – wie der Einsatz von Kohlefaser und Aluminium – Gewicht ein. Der i3 wiegt nicht mehr als ein vollgetankter VW Polo und 300 Kilogramm weniger als ein Toyota Prius Plugin Hybrid.

Es gibt aber einen ganz entscheidenden Nachteil:

  • Der i3 kommt bei vorausschauender Fahrweise 150 Kilometer weit mit einer Ladung. Sparfüchse schaffen 180 Kilometer. Ein kleines Benzinkraftwerk an Bord sorgt für weitere 150 Kilometer Reichweite. Nach 320 Kilometern muss das Auto an die Tankstelle.

Von einer „psychologischen Herausforderung“ spricht Reithofer angesichts der geringen Reichweite. Die bisher 16 Millionen Elektro-Test-Kilometer bei BMW hätten aber ergeben, dass die meisten Fahrer selten mehr als 50 Kilometer am Tag unterwegs seien.

Dennoch bleibt ein Risiko, das BMW als einziger Anbieter eines rein elektrischen Großserienfahrzeugs allein trägt. Was ist bei einem möglichen Flop? Die Antwort bleibt der Vorstand schuldig. „Das frühe Interesse ist größer als erwartet“, sagt Vertriebsvorstand Ian Robertson. Immerhin 1,2 Millionen Facebook-Fans hat das Auto bisher. Doch inzwischen wäre man zufrieden, wenn die Verkaufszahlen erst nach längerer Zeit steigen. Mehrfach beschreibt Reithofer mit den Händen eine Kurve die erst flach dann immer steiler wird.

Es könnte, wie der BMW-Chef sagt, anders kommen. Gesetzliche Begünstigungen, Privilegien im Verkehr oder eine erleichterte Zulassung – etwa in China – könnten die Sache drehen und einen schnellen Durchbruch bringen. Dann hätte sich das Risiko gelohnt. Den Entwicklungsvorsprung von BMW gegenüber Konkurrenten beziffert Vorstandsmitglied Klaus Draeger beim reinen Elektroauto auf fünf Jahre. Dann könnten dem i3 und dem zweiten Elektroauto i8 rasch weitere Modelle folgen. BMW hat sich vom i1 bis zum i9 die Namensrechte für alle Ziffern gesichert.

Von Martin Prem

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