Transport-Branche bleibt optimistisch

Hannover - Die Lastwagenbauer bleiben trotz des Endes der Boomjahre überwiegend optimistisch. Sorgen bereitet den Herstellern aber neben den drastisch gestiegenen Rohstoffpreisen vor allem die Konjunkturflaute in den USA.

Dagegen brummt das Geschäft in Russland, Asien und Lateinamerika, berichteten führende Manager der Branche am Dienstag zu Beginn der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Die Auto-Show gilt als Leitmesse für die Branche.

Schwerpunkte der Ausstellung sind Neuheiten für geringeren Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß sowie mehr Sicherheit. Themen sind auch politische Fragen wie die geplante Erhöhung der Lkw-Maut, die für viel Unmut in der Branche sorgt. Mit rund 2000 Ausstellern verzeichnet die IAA Nutzfahrzeuge, die alle zwei Jahre stattfindet, einen Rekord.

Die Lkw-Branche hat eine lange Wachstumsphase hinter sich. Diese neigt sich nun Branchenangaben zufolge dem Ende zu. Das zyklische Nutzfahrzeuggeschäft bleibe aber langfristig ein Wachstumsmarkt.

Im laufenden Jahr rechnen die großen Unternehmen der Branche aber noch mit Zuwächsen. Der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller Daimler legte in den ersten acht Monaten beim Absatz leicht auf über 311 000 Fahrzeuge zu und peilt auch für das Gesamtjahr Steigerungen an. "Das wirtschaftliche Umfeld gibt unserer Branche keinen Rückenwind", sagte der Chef der Sparte Daimler Trucks, Andreas Renschler. Die negative Entwicklung in Amerika und Europa werde aber durch Russland, Lateinamerika, Südostasien sowie den Nahen und Mittleren Osten ausgeglichen.

Volkswagen Nutzfahrzeuge verbuchte bis zum August ebenfalls ein Absatzplus von neun Prozent auf 343 100 leichte und schwere Nutzfahrzeuge, Großraumlimousinen und Busse. Trotz der nachlassenden Nachfrage zeigte sich der Chef der VW-Nutzfahrzeugsparte, Stephan Schaller, zuversichtlich: "Die Märker werden schwieriger - aber Volkswagen Nutzfahrzeuge wird auch in diesem Jahr weiter wachsen."

Der Autobauer Ford blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2008 für seinen Nutzfahrzeugbereich zurück. Ford sei vor allem in Wachstumsmärkten wie Russland oder der Türkei, aber auch im Kernmarkt Deutschland erfolgreich. Auch der Autobauer Opel sieht für seine Nutzfahrzeugsparte in Europa deutlich positive Perspektiven. Zum Wachstum beitragen werde auch der weiter steigende Internethandel, der immer mehr Kurierfahrten und Zustelldienste mit sich bringe.

Unterschiedlich läuft derweil das Nutzfahrzeuggeschäft bei den Autozulieferern Continental und Bosch. Während der Stuttgarter Konzern den Umsatz im Geschäft mit Nutzfahrzeugtechnik von sieben auf 7,8 Milliarden Euro ausbauen will und 2009 eine weitere Steigerung der Erlöse erwartet, bleibt bei Conti die Sparte ein Sorgenkind. Der Markt habe sich in den vergangenen Monaten nicht gut weiterentwickelt, sagte das zuständige Vorstandsmitglied Hans-Joachim Nikolin. Vor allem in Europa und Nordamerika hätten sich die Märkte abgeschwächt. Dies hinterlasse deutliche Spuren im Bereich Nutzfahrzeugreifen.

Noch stärker hat es den Autozulieferer ZF Friedrichshafen getroffen. Das Unternehmen rechnet wegen der Schwäche des US-Marktes und drastisch gestiegener Stahlpreise mit millionenschweren Einschnitten. "Wir werden alle Mühe haben, das Ergebnis des Vorjahres wieder zu erreichen", sagte Vorstandschef Hans-Georg Härter. Auch die Umsatzprognose für 2008 senkte der drittgrößte deutsche Automobilzulieferer.

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