Überflüssig wie ein Kropf

- Achtung Eltern: Am 1. Februar tritt die neue Führerscheinklasse "S" in Kraft, die es künftig 16-Jährigen erlaubt, mit Spaßmobilen wie vierrädrigen Quads und dreirädrigen Trikes, aber auch mit Mini- Autos zu fahren. Die Fahrzeuge dürfen allerdings nicht schneller als 45 km/h sein und höchstens 50 ccm Hubraum haben. Doch die Experten warnen bereits eindringlich vor Sicherheits- Defiziten und auch viele Fahrlehrer halten den neuen Lappen schlichtweg für Quatsch. Denn beim Quad-Fahren ist Vorsicht angesagt - fehlende Übung und eine falsche Einschätzung der Fahreigenschaften können aus dem "S" wie Spaß schnell ein "S" wie Sturz werden lassen.

<P>Da wäre es im Falle des Falles besser, zumindest einen Helm auf dem Kopf zu haben. Eine klar geregelte Helmpflicht ist laut dem Bundesverkehrsministeriums jedoch erst für Mitte des Jahres zu erwarten. Bei den Fahrlehrern ist die Freude über die neue, auf Druck der EU geschaffene "S"-Klasse ohnehin gebremst. Sie halten die Klasse für gefährlich und überflüssig wie einen Kropf. Die meist mit Automatikgetriebe, Grobstollenreifen und einem Einzylinder- Zweitaktmotor ausgerüsteten Quads kosten im Schnitt 2000 Euro. </P><P>Billigere Modelle ohne Rückwärtsgang sind ebenfalls zu haben, aber auch deutlich teurere, die dann mit vier Scheibenbremsen und anderen technischen Finessen aufwarten. Quads und Trikes wurden ursprünglich für den Nutzfahrzeugbereich entwickelt. Bis sie in den letzten Jahren vermehrt als Fun-Fahrzeuge entdeckt wurden. Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt stieg ihr Bestand von 743 Fahrzeugen im Jahr 2001 auf 23 317 in 2004 an. Allein 2003 kamen 16 135 fabrikneu in den Verkehr, der Quad-Anteil lag bei 96 Prozent. Dabei handelt es sich vorwiegend um PSstarke Hämmer, die bis zu 120 Sachen schnell sind und mit der Fahrerlaubnisklasse B (früher Klasse 3) gefahren werden können. </P><P>Immerhin: Für 16-Jährige wohl kaum in Frage kommen wenigstens die leichten Mini-Pkw, wie sie von Senioren gerne genutzt werden und die ebenfalls mit dem neuen Klasse-"S"-Schein gesteuert werden dürfen. Denn im Gegensatz zu den modisch aufgepeppten Quads sind diese unsicheren Leichtmobile optisch langweilig und dafür um einiges teurer. Auch die ebenfalls erlaubten Diesel- und Elektrofahrzeuge mit maximal 5,5 PS dürften den Nachwuchs kaum vom Hocker reißen. Erst kürzlich hat der ADAC mit dem JDM Albizia den Marktführer aus dem zweisitzigen Leichtmobilsegment gegen einen Renault Twingo gecrasht - mit katastrophalem Ergebnis. </P><P>"Massive Schwächen in der Karosseriestruktur" und einen "ungenügenden" Insassenschutz des rund 11 000 Euro teuren Mini- Pkw attestierten die Tester hinterher. Ihr Fazit gleicht dem der Fahrlehrer: Mit der neuen Führerscheinregelung wird "der Sicherheit auf unseren Straßen ein Bärendienst erwiesen". </P>

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