Tarife oft ähnlich

Autoversicherung: Wann ergibt Vollkasko keinen Sinn mehr?

Es gibt Umstände, die den Wechsel von Vollkasko zu Teilkasko sinnvoll machen. (Symbolbild)

Es gibt Umstände, die den Wechsel von Vollkasko zu Teilkasko sinnvoll machen. (Symbolbild) © picture alliance / dpa | Martin Gerten

Sie haben sich ein neues Auto gekauft oder überlegen in die Teilkaskoversicherung zu wechseln? Wir erklären Ihnen, wann eine Vollkasko keinen Sinn mehr macht.

Vielen Autobesitzern ist ihr Fahrzeug heilig: Nicht nur, weil es vielleicht schnittig aussieht, sondern auch weil es in der Anschaffung teuer ist. Außerdem ist ein eigener Wagen für diejenigen, die keine gute Bus- und Bahnverbindung haben, oft die einzige Möglichkeit sich fortzubewegen.

Deshalb würden wir es lieber gleich Vollkasko versichern, um nicht zu riskieren, bei Schrammen und Unfällen plötzlich ohne fahrbaren Untersatz dazustehen. Doch nicht für jedes Fahrzeug lohnt sich diese Versicherung.

Das schützt die Vollkaskoversicherung

Im Gegensatz zur Kfz-Haftpflichtversicherung, die bei einem Unfall den Schaden des fremden Autos übernimmt, zahlt die Vollkaskoversicherung Dellen und Schrammen am eigenen Fahrzeug. Dabei ist es egal, ob Sie für den Unfall selbst verantwortlich sind, gegen einen Baum gedüst sind oder einen Spiegel abgefahren haben - die Vollkasko übernimmt fast jeden Schaden am Auto. Dazu gehören auch fremdverschuldete Unfälle, bei denen der andere Fahrer geflüchtet oder nicht versichert ist, sowie bei Fällen von Vandalismus. Hier erfahren Sie mehr darüber, was welche Versicherung bei Brand und Vandalismus zahlt.

Ein Vorteil der Vollkaskoversicherung im Gegensatz zur Teilkasko ist außerdem der Schadenfreiheitsrabatt, den es nur bei Ersterer gibt. Wer viele Jahre lang unfallfrei fährt, kann sich deshalb über sinkende Beitragskosten freuen. Fahrer werden einer Schadenfreiheitsklasse zugeordnet und müssen dementsprechend weniger in die Versicherung einzahlen.

In der Tabelle sehen Sie, wieviel sich die einzelnen Schadensklassen sparen können:

Quelle: www.financescout24.de

Wie hoch der Schadenfreiheitsrabatt im Einzelnen ausfällt, kann von Versicherer zu Versicherer variieren. Werfen Sie also immer einen genauen Blick in Ihre Police.

Ein weiterer Vorteil: Die Vollkasko deckt immer alles ab, was auch die Teilkasko abdeckt. Was genau von der Teilkasko bezahlt wird, lesen Sie im nächsten Abschnitt.

Auch interessant: Warum gerade jüngere Autofahrer beim Versicherungswechsel sparen können.

Das schützt die Teilkasko

Eine Vollkaskoversicherung klingt zwar zunächst einmal wie Musik in den Ohren, doch leider ist sie in den meisten Fällen auch teurer als die Teilkasko. Daraus folgt auch ein geringerer Versicherungsschutz. Trotzdem sind in der Teilkaskoversicherung viele Schadensfälle abgedeckt:

Im Gegensatz zur Vollkaskoversicherung werden nur Schäden bezahlt, für die weder Sie noch andere Personen etwas können. Für Selbstverschuldetes kommt die Versicherung nicht auf.

Passend dazu: Sturmschäden am Auto - was ist zu tun?

Wann macht Vollkasko keinen Sinn mehr?

Generell gilt die Daumenregel: Eine Vollkaskoversicherung lohnt sich bei Neuwagen, die nicht älter als fünf Jahre sind. Danach ist meistens eine Teilkasko sinnvoll. Hier müssen Sie allerdings beachten, dass die Teilkaskoversicherung bei einem Schaden nur den Zeitwert des Wagens ersetzt. Ist der Schaden also höher, als das Auto wert ist, lohnt sich selbst eine Teilkasko nicht mehr. In diesem Fall reicht eine normale Kfz-Haftpflichtversicherung.

Erfahren Sie hier, warum die Kfz-Versicherung ab 2018 teurer wird.

Tatsächlich sind die Prämienunterschiede zwischen Voll- und Teilkasko oft geringer, als angenommen wird. Prüfen Sie also trotzdem immer nach, ob sich eine Vollkaskoversicherung nicht lohnen könnte und vergleichen Sie Versicherer auf Internet-Portalen wie check24.de oder verivox.de.

Falls Sie bereits Vollkasko versichert sind und überlegen, ob eine Teilkasko Ihrem mittlerweile in die Jahre gekommenen Fahrzeug mehr entgegenkommt: Oft senken die Schadenfreiheitsrabatte den Beitragssatz so sehr, dass Ihnen die Vollkasko letztendlich doch günstiger kommt - dafür sollten Sie allerdings auch keinen Unfall bauen. Denn bei der Teilkasko gibt es diese Rabatte nicht.

Vollkasko oder Teilkasko? Diese Faktoren beeinflussen den Beitrag

Die Höhe des Beitrags lässt sich nicht pauschal formulieren. Wichtige Faktoren spielen die Selbstbeteiligung im Schadensfall, der Wohnort und die Typenklasse des Wagens. Fahren Sie zum Beispiel ein Auto, das statistisch gesehen häufig geklaut wird oder einen Unfall verursacht, können die Beitragssätze höher fallen. Bei der Vollkaskoversicherung spielt außerdem - wie erwähnt - der Schadenfreiheitsbetrag eine Rolle. Wer mehr Kilometer im Jahr fährt, muss übrigens auch mehr zahlen - hier finden Sie heraus, wie sehr die Beitrage nach Fahrleistung steigen.

Wenn Sie Ihren Beitragssatz trotz Unfall niedrig halten wollen, sollten Sie sich überlegen, ob Sie tatsächlich jeden einzelnen Schaden von der Versicherung bezahlen lassen wollen. Falls bloß kleine Kratzer am Wagen entstanden sind, lohnt es sich meistens aus der eigenen Tasche zu zahlen: Bei einer Höherstufung des Beitragssatzes kommen Sie oft teurer weg als bei einer einmaligen Reparatur in der Werkstatt. Es dauert nämlich oft Jahre in die alte Rabattstufe zurückzukommen.

Achtung: Selbst wenn Sie den Schaden selbst bezahlen wollen, haben Sie gegenüber der Versicherung immer noch eine Meldepflicht.

Das gilt auch bei der Haftpflichtversicherung, welche ebenfalls mit Schadenfreiheitsrabatten arbeitet. Im Durchschnitt lohnt es sich bei einem Haftpflichtschaden von bis zu 1.500 Euro und einem Vollkaskoschaden bis 1.300 Euro eher in die eigene Tasche zu greifen. Erst bei höheren Schäden kommen Sie mit der Versicherung günstiger davon. *tz ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks.

Lesen Sie hier weiter, wann sich ein Wechsel bei der Kfz-Versicherung lohnt.

Auch interessant