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Laden und losdüsen: Rund 3,5 Stunden benötigt der Volvo V60 Plug-in-Hybrid, ehe die Batterie wieder aufgeladen ist.

In der Ruhe liegt die Kraft

Volvo V60 Plug-in-Hybrid: Ein Diesel unter Strom

Die Schweden haben IKEA, hatten ABBA. Und sie haben Volvo. Der Autobauer steht für Sicherheit und beste Verarbeitung, aber auch für hohe Preise.

Diese Klischees werden im Guten wie im Schlechten beim Volvo V60 Plug-in-Hybrid nicht widerlegt. Das brachte unser Alltagstest:

Der sportliche Mittelklasse-Kombi wirkt auf uns unaufgeregt, aber keinesfalls langweilig. Wer den Plug-in-Hybrid auf der Straße ausmachen möchte, muss genau hinschauen: Dann entdeckt man die verchromten Schriftzüge sowie den Anschluss für das Ladekabel am linken vorderen Kotflügel. Der Innenraum ist wie erwartet nobel. Zunächst überfordern die vielen Knöpfe in der Mittelkonsole. Nach eingehender Beschäftigung erschließen sich die meisten, andere bleiben ein Rätsel.

Kritik verdient der Laderaum: Mit einem Kofferraumvolumen von 304 Litern ist der Volvo eher durchschnittlich. Grund dafür ist die 11,2 kWh-Lithium-Ionen-Batterie, die unter dem Ladeboden positioniert ist.

Damit sind wir auch schon beim spannendsten Teil dieses Schwedenhappens, der als weltweit erster mit einem Diesel-Hybrid-Aggregat an den Start ging.

Rein elektrisch fahren lässt es sich im Pure-Modus. Flüsterleise gleitet der Zweitonner aus der Garage und schafft bei gemäßigtem Betätigen des Gaspedals bis zu 50 Kilometer. Gelingt es dem Fahrer, sich auf diesen Modus einzulassen, die Hektik der Stadt zu ignorieren und vorausschauend zu navigieren, geschieht etwas Verblüffendes: Die Ruhe des Wagens strahlt auf den Fahrer ab, entspannt und gelassen entsteigt man dem Gefährt. Die inzwischen nahezu leergefahrene Batterie lässt sich innerhalb von 3,5 Stunden an einer 230-Volt-Steckdose wieder aufladen. Geht der Saft schon früher zur Neige, greift der Dieselmotor ein. Das funktioniert technisch reibungslos, der Fahrer spürt es freilich durch die zunehmende Lautstärke und die einsetzenden Vibrationen.

Reiner Gasfuß geht natürlich auch. Dazu schaltet man in den Power-Modus und fühlt sich wie im Sportwagen. Macht richtig Spaß, lässt dann aber auch den Verbrauch zügig in die Höhe schnellen. An die zehn Liter Diesel sind schnell rausgepustet. Was aber des Volkes Seele richtig schmerzen lässt, ist der Preis. Mindestens 56 900 Euro werden aufgerufen. Jetzt passt auch der gern bemühte Ausruf: alter Schwede!

K.B.

Volvo V60 D6 AWD Geartronic

  • Systemleistung: 283 PS
  • E-Motor: 68 PS
  • Dieselmotor: 215 PS
  • Höchstgeschw.: 230 km/h
  • 0 auf 100 km/h: 6,1 sek.
  • Hubraum: 2400 ccm
  • Verbrauch Gesamt: 1,8 l/100 km (Werksangabe) 6,2 l/100 km (Test)
  • Leergewicht: 1955 kg
  • Kofferraumvolumen: 304 Liter
  • Basispreis: 56 900 Euro

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