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Seit Anfang des Jahres läuft die VW-Rückrufaktion.

VW, Seat und Audi

KBA erteilt Freigabe für 1,6 Liter-TDI-Motoren

Volkswagen kommt beim Rückruf der VW-Dieselautos voran. Die Wolfsburger können nun weiter 2,6 Millionen Fahrzeuge in die Werkstatt bestellen und umrüsten. 

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) genehmigte die vorgeschlagene Umrüstung von Modellen mit 1,6-Liter-TDI-Motor vom Typ EA 189, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Damit könnten nun weltweit weitere 2,6 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten gerufen werden. Behörden in anderen Ländern übernehmen die KBA-Genehmigung.

VW Golf, VW Passat, Audi A4 und Seat Leon

In Deutschland sind "etwa 800.000 bis 900.000 Autos" betroffen, sagte ein Unternehmenssprecher. Es gehe um viele unterschiedliche Modelle, dabei seien etwa der Golf oder der Passat von VW, der Audi A4 oder der Seat Leon. Für die Umrüstung sind ein Software-Update und die Installation eines zusätzlichen Bauteils nötig.

Die Besitzer würden "in den kommenden Wochen sukzessive benachrichtigt", erklärte Volkswagen. Die Reparatur nehme "weniger als eine Stunde Arbeitszeit in Anspruch".

Umrüstaktion ohne Nachteile

Das KBA habe "uneingeschränkt bestätigt, dass mit der Umsetzung der technischen Lösungen für diese Modelle keine nachteiligen Veränderungen der Verbrauchswerte, Leistungsdaten und Geräuschemissionen verbunden sind". Auch würden die Autos anschließend "alle gesetzlichen Anforderungen sowie die jeweils gültigen Abgasnormen" einhalten, erklärte Volkswagen. Der ADAC hat erste umgerüstete VW-Modelle mit 2,0-Liter Motoren getestet.

Rückruf läuft seit Anfang 2016

Die 1,6-Liter-Motoren sind die letzten, für deren Umrüstung der Konzern noch eine KBA-Freigabe benötigt hatte. Zuvor war diese bereits für 1,2- und 2,0-Liter-Motoren des Typs EA 189 erteilt worden, bei dem Volkswagen die Software zur Abgasmanipulation installiert hatte.

Der Konzern hatte im September 2015 auf Druck von US-Behörden zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Diesel-Fahrzeugen unterschiedlicher Marken eine mutmaßlich illegale Software eingebaut zu haben. Das Programm sorgt bei standardisierten Tests für einen niedrigeren Ausstoß von schädlichen Stickoxiden.

Jüngsten Angaben zufolge sieht Volkswagen allerdings keinen Verstoß gegen EU-Gesetze. Die Software stelle nach Ansicht des Konzerns "keine unzulässige Abschalteinrichtung nach europäischem Recht dar", teilte VW auf Anfrage von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR mit. Dennoch wolle das Unternehmen im "besonderen Interesse der Kunden" mit den Behörden zusammenarbeiten und rüste deshalb die betroffenen Fahrzeuge um.

Das Unternehmen habe die Vorhaben für die gesetzlich vorgeschriebenen Schadstoff-Messungen auf dem Prüfstand erfüllt, zitierten "SZ", NDR und WDR aus Schriftsätzen des Unternehmens bei Gericht. "Von einer Manipulation lässt sich deshalb nicht sprechen."

AFP

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