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VW Touareg 2010: 208 kg abgespeckt, Hightech mit Spar-Diesel und Hybrid.

Wieder ran an den Zeitgeist

Er kam spät, aber nicht zu spät: 2002 begann VW, die SUV-Welle mit dem ersten Touareg komplett aus dem Hinterhalt zu überrollen.

Damals war für diese hochbeinigen Allround-Vehikel und ihre Besitzer die Welt noch in Ordnung: Begriffe wie „Hybrid“ oder „CO2- Ausstoß“ gehörten noch zum Insider-Vokabular radikaler Ökos.

Anders heute: Nach Spritpreiserhöhungen und Kleinwagen-Boom dank Abwrackprämie erholt sich der SUV-Markt nur langsam wieder. Spritverbrauch und CO2-Ausstoß stehen immer mehr im Vordergrund. Genügsame Diesel oder downgesizte Benziner sind gefragt, Hybridantrieb mit Verbrennungs- und Elektromotor groß im Kommen.

All das jetzt hat der neue Touareg mit deutlich sparsameren Antrieben zu bieten. Und mehr noch: 208 kg Gewichtseinsparung sind radikal, schließlich sind das rund zehn Prozent. Mit flacherer Silhouette ist der Touareg gleichzeitig windschlüpfriger und sieht zierlicher aus, obwohl er innen mehr Platz bietet. Dazu kommt eine extreme Vielzahl von Assistenzund Sicherheitssystemen. Zur Serienausstattung aller Touaregs gehören unter anderem: Start-Stopp-System mit Bremsenergie-Rückgewinnung, Berganfahr- und Berabfahrassistent, elektronische Parkbremse, 8-Gang- Automatik (Tiptronic), permanenter Allradantrieb.

VW Touareg 2010

Dazu kommen weitere aufpreispflichtige Extras: „Area View“ zeigt dem Fah- Wieder ran an den Zeitgeist VW Touareg 2010: 208 kg abgespeckt, Hightech mit Spar-Diesel und Hybrid rer die komplette Umgebung des Autos mit vier Kameras rundum, automatische Distanzregelung „ACC“ samt „Front Assist“ bremst im Notfall bis zum Stillstand, das kameragesteuerte Dauerfernlicht „Dynamic Light Assist“ erkennt Gegenverkehr und blendet selbständig ab. Der Spurwechselassistent „Lane Assist“ und der Toter-Winkel- Warner „Side Assist“ klingen dagegen beinahe selbstverständlich. Selbst für extrem schweres Gelände ist der Touareg mit Extras wie speziellem Allradantrieb samt Reduktionsgetriebe und erhöhter Bodenfreiheit gerüstet. 90 Prozent aller Touaregs wurden bisher mit dem V6- Turbodiesel bestellt. Der leistet im neuen Modell 240 PS und glänzt mit nur 7,4 Liter Normverbrauch – 1,9 Liter weniger als im Vorgänger. Mit 550 Nm Drehmoment genügt bereits die Kraft des Einstiegs- Diesel, um den Touareg stets angemessen anzutreiben. 3,5 Tonnen Anhängelast haben ohnehin alle Motoren, auch der Hybrid. Hier dienen ein V6-TSI-Benziner mit 333 PS und ein 46 PS starker Elektromotor als Antrieb. Arbeiten beide gleichzeitig, ergibt das 380 PS Systemleistung. Bis 50 km/h kommt der Elektromotor alleine aus und fährt so zwei Kilometer weit. Dabei wird der Benzinmotor abgeschaltet und vom Getriebe abgekoppelt, das vermindert Reibungsverluste.

Ebenso beim sogenannten „Segeln“: Sobald man bei bis zu 160 km/h vom Gas geht, wird der Benziner abgekoppelt, und man gleitet verlustfreier dahin. Bremsen schließlich lädt die Hochvolt-Batterie auf, weil dann der Elektromotor als Generator dient. So wird ein Normverbrauch von 8,2 Liter/100 km möglich – 0,8 Liter mehr als der V6-Diesel. Da stellt sich dann die Frage: Wer hängt sein grünes Gewissen so hoch auf, dass er für den Hybrid-Touareg 73 500 Euro ausgibt, während der fast ebenso starke und noch sparsamere V6-Diesel schon für 50 700 Euro zu haben ist? Selbst der bärenstarke V8-Diesel (340 PS, 800 Nm Drehmoment) ist für 70 800 Euro günstiger, als der Hybrid.

Ralf Schütze

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