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Kleine Mängel beim kleinen Auto: Der Tüv beanstandet neben überdurchschnittlich rostenden Auspuffanlagen eher kleine Mängel, weshalb neue Plaketten oft kein Problem sind. Foto: Volkswagen AG

Nicht ganz lupenrein

VW Up als gebrauchter Kleinstwagen

Wer einen Kleinstwagen unter den Gebrauchten sucht, der zieht vielleicht auch den VW Up mit in Betracht. Es gibt ihn als Benziner, in der Elektro- und auch Erdgas-Variante. Der VW Up erweist sich als recht pannensicher, kommt aber mit einigen kleinen Mängeln daher.

Berlin (dpa/tmn) - Mit dem Up wollte VW gleich mehrere Kapitel neu beginnen: nach dem anfälligen Kleinstwagen Fox mehr Zuverlässigkeit in die Mini-Baureihe bringen und das Tor weit aufstoßen in die elektromobile Zukunft. Das Ergebnis: Mission eins ist gelungen, die zweite eher nicht.

Zumindest verkauft sich der E-Up wie alle Elektroautos schleppend. Dabei trifft die Batterieversion noch nicht einmal das größte Manko - das schnell rostende Auspuffrohr. Die Auspuffanlage ist laut "TÜV Report 2016" das anfälligste Bauteil des unter dem Strich standhaften Up. Bei der Kfz-Hauptuntersuchung kassierte es fünfmal so viele Beanstandungen wie der Durchschnitt aller geprüften Autos. Auch verstelltes Abblendlicht falle überdurchschnittlich oft auf, was auch für die Leistung der Betriebsbremse gilt. Da die Defekte aber meist nur leichte Mängel sind, werde die Tüv-Plakette vergleichsweise häufig direkt geklebt.

Ein noch besseres Bild gibt der kleine VW beim ADAC ab. Der Up gehöre zu den "sehr pannensicheren Modellen in der Kleinstwagenklasse". In der Pannenstatistik 2016 tauche er mit nur wenigen Schwerpunkten auf. Betroffen sind ausschließlich Exemplare der Baujahre 2012 und 2013, an denen die Helfer am Straßenrand vor allem entladene Batterien, feuchte Zündkerzen, blockierte Bremsen oder defekte Türschlosser auf der Fahrerseite diagnostizierten.

Insgesamt führte VW beim Up drei Rückrufe durch, von denen der jüngste und bislang größte im Juli 2016 rund 50 000 Autos betraf (Bauzeit November 2015 bis April 2016) und eine mögliche Fehlfunktion in der Kindersicherung der hinteren Türen beim Fünftürer behob.

Der Up kam erstmals Ende 2011 zu den deutschen Händlern und führt seitdem die Linie von Fox und Lupo in der Kleinstwagenklasse fort. Er wurde jedoch komplett neu entwickelt. Zunächst gab es den Dreitürer. Einige Monate nach Marktstart ging auch der Fünftürer in den Verkauf, ebenso eine Version mit automatisiertem Schaltgetriebe. Ende 2012 folgte die etwas antriebsschwache Erdgas-Variante Eco-Up, die mit nur 2,9 Kilo CNG auf 100 Kilometer auskommt.

Sechs Airbags und ESP waren von Anfang an immer an Bord. 2013 legte VW mit dem E-Up die Elektroversion des 3,54-Meter-Autos auf. Die Batterievariante ist auch die anzugsstärkste im Portfolio. Mit 60 kW/82 PS hat sie 210 Nm maximales Drehmoment, der EcoFuel mit Erdgasmotor kommt dagegen auf nur 50 kW/68 PS und 90 Nm. Dazwischen rangieren die übrigen beiden Motoren: Dreizylinder-Benziner mit 1,0 Liter Hubraum und 95 Nm, die entweder 44 kW/60 PS oder 55 kW/75 PS abgeben. Der genügsamste schluckt 4,1 Liter. Diesel bietet VW im Up nicht an.

Wer auf der Suche nach einem Dreitürer ist, kommt beim Up take up! von 2011 mit 44 kW/66 PS wohl am günstigsten weg. Die Schwacke-Liste notiert das Auto mit 5750 Euro und geht dabei von einer durchschnittlichen Laufleistung von 51 000 Kilometern aus. Für einen EcoFuel BlueMotion Technology high up! von 2013 als Fünftürer mit 50 kW/68 PS werden noch 9550 Euro aufgerufen (33 000 Kilometer). Der teuerste Up - ob neu oder gebraucht - ist der E-Up: Ein 2013er Exemplar kostet ab 17 600 Euro (27 000 Kilometer).

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