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- Mit so vielen Vorschusslorbeeren ist wohl noch kaum ein neues Motorrad an den Start gegangen wie die BMW R 1200 GS. Leichter, stärker, schneller ist sie auf dem Papier, aber auch besser als ihre Vorgängerin? Ein Test solls klären.

<P>Gut, besser, GS - auf diesen simplen Nenner brachte es bislang die Motorradwelt, wenn es darum ging, das ultimative Allround-Bike zu küren. Eines, das im Gelände, in der Stadt, auf Bundes- und Landstraßen sowie auf dem breiten Band der Autobahn für vorzügliche Fortbewegung sorgte. Die R 1150 GS war nicht ohne Grund jahrelang das meistverkaufte Motorrad in Deutschland. Und jetzt ist die R 1200 GS da. Stärker, schneller, leichter - besser? </P><P>Da die Vorgängerin schon kein lahmer Gaul war, überrascht es nicht, dass die auf 98 PS (72 kW) erstarkte und um über 25 kg erleichterte Neue deutlich flotter vorankommt. Den Spurt auf Tempo 100 schafft sie in 3,3 Sekunden (zum Vergleichen und Staunen: Kawasaki ZX-10R, 172 PS/126 kW, 196 kg: 3,2 Sekunden), als Höchstgeschwindigkeit sind 208 km/h angegeben. Die sechs Gänge lassen sich endlich auch in kaltem Zustand präzise schalten, dank des von 95 Nm bei der R 1150 GS auf 115 Nm beim aktuellen Modell gesteigerten maximalen Drehmoments zieht die Bayern-Enduro in so ziemlich allen Lebenslagen ziemlich gut. Ideales Terrain für die BMW sind nach wie vor die kleinen, verwinkelten Straßen, die gerne eine schlechte Oberfläche aufweisen dürfen. </P><P>Da gerät der GS-Pilot in Verzückung, denn Motor, Lenkung, Fahrwerk und Bremsen sind so harmonisch aufeinander abgestimmt, dass man sich wünscht, es möge immer so weitergehen und Kurve auf Kurve folgen. Zumal die an unserem Exemplar montierten Metzeler Tourance bis zum letzten Millimeter an der Reifenflanke sicheren Halt boten. Mussten mal schnell Kilometer abgespult werden, war dies mit der R 1200 GS ebenfalls Freude pur. Wie beschrieben hat die BMW ordentlich Dampf, die kleine Verkleidung mit der schnell und ohne Werkzeug zu verstellenden Scheibe erwies sich als passabler Wind- und Wetterschutz und der Zweizylinder nervt auch bei höheren Drehzahlen nicht mit lästigen Vibrationen. Und es ist Genuss ohne Reue: Im Schnitt ermittelten wir einen Verbrauch von 5,4 l Super auf 100 Kilometer - knapp ein Liter weniger als bei der 1150 GS. </P><P>Rund ums Tanken gibts aber dennoch unsere einzige Kritik anzumerken: Der enge Einfüllstutzen erfordert viel Gefühl beim Befüllen, um nicht das Bike mit dem kostbaren Saft zu taufen. Und die Tankanzeige signalisiert rund 140 Kilometer lang ein volles 20-l-Spritfass - um dann urplötzlich nur noch halbe Füllung zu signalisieren. Das wars dann aber schon. Vielleicht noch der Preis? 11 500 Euro für die BMW R 1200 GS, dazu 1050 Euro fürs Integral- ABS, 180 für Heizgriffe, 45 für Handprotektoren, 340 für Kreuzspeichenräder, 135 für Kofferhalter und 245 Euro pro Koffer bedürfen eines gut gefüllten Bankkontos. Aber wer die Neue gefahren hat, ist überzeugt: Sie ist jeden Euro wert. </P>

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