Wenn Hochglanz blendet

- Glänzende Gebrauchte im Schein der Frühjahrssonne: Der Automarkt lebt in diesen Wochen auf. Tausende Gebrauchtwagen wechseln den Besitzer - doch etliche Käufer ärgern sich hinterher grün und blau, wenn der Einkauf bereits an der ersten Ampel streikt. Schon vor dem Autokauf sollten sich Interessenten ebenso wie Verkäufer deshalb schlau machen, worauf es ankommt. Wir geben Tipps.

 Die Unterlagen

Wann sind TÜV und Abgasuntersuchung fällig? Sind die Versprechen aus der Kfz-Anzeige eingehalten? Es empfiehlt sich, die Daten im Kfz-Schein und -Brief mit dem Auto zu vergleichen. "Kontrollieren Sie, ob alle nachträglichen Veränderungen, zum Beispiel breitere Felgen und Reifen, eingetragen sind", rät Maximilian Maurer vom ADAC. Auch ein Blick ins Kundendienstheft sagt viel über die Pflege des Autos.

 Auf den ersten Blick

Käufer und Verkäufer können auf den ersten Blick Schäden erkennen. Der ADAC rät: auf Rost (auch an Bremsleitungen und Unterboden), Farbunterschiede und blinde Stellen achten. Lackreste auf Fenstergummis und Zierleisten deuten auf eine Nachlackierung oder eine unsachgemäße Reparatur hin. Scheinwerfer und Blinker dürfen nicht angelaufen sein. Türen und Hauben müssen einwandfrei schließen.

 Das Innenleben

Die Sicherheitsgurte sollten problemlos aufrollen, keine Scheuer- und Schnittstellen aufweisen und nicht ausgefranst sein. Unter den Fußmatten und im Kofferraum sollte es trocken sein.

 Bei laufendem Motor

Der Motor sollte auch kalt ohne Murren anspringen. Der Auspuff muss fest sitzen und darf keine Löcher haben. Bremsanlage, Stoßdämpfer, Ölwanne, Getriebe, Differential und Motor dürfen keine Flüssigkeit verlieren. Heizung und Gebläse testen, auch ein Licht-Test empfiehlt sich (Rundgang ums Auto).

 Die Probefahrt

Willig Gas annehmen und in allen Gängen gut durchziehen sollte jeder Motor. Auf einem Parkplatz oder einer Nebenstraße empfiehlt sich ein Bremstest. Die Bremsen müssen gleichmäßig ziehen und nach spätestens halbem Pedalweg ansprechen. Ein einwandfreies Getriebe lässt sich geräuschlos schalten, eine gute Kupplung funktioniert ruckfrei. Das Lenkrad sollte nicht vibrieren.

 Der Vertrag

Wer seinen Traumwagen gefunden hat, sollte sich von Hochglanz nicht blenden lassen. Im Vertrag können einige Fallstricke lauern. Vergleichsweise einfach ist der Verkauf privat an privat. Da kann im Kaufvertrag (ausdrücklich) jede Gewährleistung ausgeschlossen werden. Der Käufer sollte aber stets darauf bestehen, dass alle wichtigen Angaben und Zusicherungen des Verkäufers im Vertrag festgehalten sind.

 Die Haftung

Das neue Schuldrecht schreibt vor: Gewerbliche Verkäufer müssen zwei Jahre voll für Mängel haften. Vertraglich darf das auf ein Jahr verkürzt werden. Ganz ausgeschlossen werden kann die Haftung bei gewerblichen Verkäufern nicht. Dabei gilt sogar in den ersten sechs Monaten eine umgekehrte Beweislast: Der Verkäufer muss nachweisen, dass der Mangel nicht schon beim Verkauf bestanden hat - oder zahlen. Verschleiß-Schäden fallen nicht unter die Sachmängelhaftung.

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