Wenn Schnappi grinst

- Grinst er? Der Kühlergrill des Nissan Murano erinnert an ein breites, wohlgesonnenes Tier- Maul, umrahmt von zwei freundlich blickenden Scheinwerfern. Er ist ein Netter, der japanische Allradler, der in seiner gedrungenen Bauweise so gar nicht an einen rustikalen Geländegänger erinnert, sondern eher an einen kompakten Kombi mit stattlichen Maßen.

Was ist er nun, der Murano, dessen Namenspate die Glasbläserinsel bei Venedig ist? Zuerst einmal ist er ein rechtes Kraftpaket. Der 3,5-l-Sechszylinder leistet 234 PS und treibt auch den Sportwagen 350Z der Japaner an. Im Murano muss er zwar gleich 1940 Kilogramm Metall und Kunststoff bewegen, aber dies tut er in beeindruckender Manier. Ein fester Tritt aufs Gaspedal, das stufenlose Automatikgetriebe gibt die Kraft an alle vier Räder ab, wenn’s sein muss mit dem maximalen Drehmoment von 318 Nm und wer will, kommt locker bis zur Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h.

Das ist schon ein Erlebnis, mit dem Zweitonner derart flott über die Autobahn zu brettern. Doch die Reue kommt bald: Nach solchen Etappen notierten wir einen Verbrauch von deutlich über 15 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer, im Schnitt waren es letztlich 12,4 Liter. Aber wer sich für das edle Glas aus Venedig entscheidet, schaut auch nicht in erster Linie aufs Geld. Statt dessen dürften als Kaufentscheidung äußere Werte den Ausschlag geben.

Und da macht der Murano eine gute Figur. In der attraktiven Hülle finden Fahrer und Passagiere mehr als genug Platz, ausreichend Staufächer und Ablagen und Raum für bis zu 440 Kilogramm Zuladung, respektive bis zu 1965 Liter Gepäck bei umgeklappter Rückbank. Auch bei den Fahrleistungen ist der Nissan über jeden Zweifel erhaben. Seidig weich läuft der Motor und reagiert auf kleinste Berührungen des Gaspedals, das Fahrwerk ist überraschend stabil in Kurven, auf Autobahnen gleitet der Murano souverän, die Bremsen werden mit dem üppigen Brummer gut fertig. So weit so gut, doch bekanntlich steckt der Teufel im Detail.

Zwar ist der Murano zum leichteren Rangieren mit einer (absolut notwendigen) Rückfahrkamera ausgestattet, doch deren Sensoren verschmutzen leicht und eine zusätzliche Einparkhilfe gibt’s nicht. Wer den üppig bemessenen Kofferraum beladen will, muss das Gepäck 75 Zentimeter hoch und dann über die 15 Zentimeter dicken Stoßfänger wuchten. Schmutzige Hosen sind dabei garantiert. Zum perfekten Glück fehlt auch eine Fernbedienung, auf der Öffner und Schließer auch im Dunkeln gut zu unterscheiden wären.

So bleibt als Fazit, dass der 43 900 Euro teure Nissan Murano eine außergewöhnliche Erscheinung im großen Feld der vornehmlich auf Straßen bewegten SUV ist und dank seiner sehr guten Serienausstattung (u.a. mit Navigationssystem, Klimaautomatik, Bose-Soundsystem, Xenon- Scheinwerfer, ESP, sechs Airbags ohne Aufpreis, nur Metallic-Lackierung kostet 790 Euro extra) eine attraktive Alternative zu den diversen Luxus-SUV darstellt. Jedoch muss man zu viele Details bemängeln, um den Japaner letztlich auf deren Niveau zu heben. Aber er ist preiswert und macht immerhin so viel Spaß, dass der Fahrer hinterm Steuer oft ein zufriedenes Grinsen im Gesicht trägt.

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