+
Verkabelt auf Probefahrt: Mercedes testete schon vor zehn Jahren ein neues Assistenzsystem, das müde Autofahrer vor dem Sekundenschlaf warnen soll. Foto:  Daimler/dpa/tmn

Wie funktioniert die Müdigkeitserkennung?

Sie soll den Fahrer davor bewahren, am Steuer einzuschlafen oder Fahrfehler zu begehen. Doch wie funktioniert die Müdigkeitserkennung? Welche Daten zieht der Bordcomputer des Autos heran?

Essen (dpa/tmn) - Langstreckenfahrten können monoton sein - und gefährlich. Studien belegen, dass die Aufmerksamkeit mit zunehmender Fahrtdauer nachlässt: Müdigkeit und nachlassende Konzentration senken die Reaktionszeit nach vier Stunden um etwa die Hälfte.

Mittlerweile gibt es Fahrassistenzsysteme in unterschiedlichen technischen Varianten, die den Fahrer rechtzeitig warnen. Im Fokus der ausgeklügelten Elektronik steht dabei das Fahrverhalten.

Das System, auch Aufmerksamkeits-Assistent genannt, beobachtet und analysiert insbesondere die Lenkbewegungen, erklärt der Tüv Nord. Die Software erstellt zu Beginn der Fahrt ein Profil und analysiert das Fahrverhalten ab einer Geschwindigkeit von 65 km/h (zum Beispiel bei VW) oder 80 km/h (bei Mercedes). Die Idee dahinter: Wer müde wird, macht öfter kleine Lenkfehler und versucht, sie abrupt zu korrigieren. Das erkennt die Elektronik, die als Lenkwinkelsensor oftmals als Teil des Schleuderschutzes ESP verbaut ist. Auch die Fahrtdauer, das Blinkverhalten oder die Betätigung der Pedale fließen in die Berechnung ein.

Verhält sich der Fahrer auffällig und wird messbar müde, schlägt das System Alarm - durch ein akustisches Warnsignal und eine Anzeige im Cockpit. Ähnliches passiert beim Spurhalte-Assistenten, der ebenfalls als Müdigkeitserkennung dient. Dabei werden die Bilder einer Videokamera ausgewertet. Das System achtet auf Fahrbahnmarkierungen und erkennt, wenn der Fahrer die vorgesehene Spur verlässt, also zwischen den Spuren hin- und herpendelt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neue Studie auf der IAA: Borgward elektrisiert die Isabella
Alter Name, Zukunftstechnik: Borgward hat eine Isabella als Konzeptstudie auf die Räder gestellt, die elektrisch fährt und die Insassen mit Hologramm-Anzeigen im …
Neue Studie auf der IAA: Borgward elektrisiert die Isabella
200 Euro und Fahrverbot: Handy-Verbot am Steuer wird verschärft
Abschreckendere Strafen für Autofahrer: Das Handy am Steuer kostet künftig bis zu 200 Euro plus Fahrverbot. Und es kommt noch mehr:
200 Euro und Fahrverbot: Handy-Verbot am Steuer wird verschärft
Rasern drohen künftig deutlich härtere Strafen
Manche Autofahrer mögen es sehr schnell und veranstalten illegale Rennen. Ein neues Gesetz soll solche Temposünder das Fürchten lernen. Denn es drohen nicht nur …
Rasern drohen künftig deutlich härtere Strafen
Vernetzt in die Zukunft: Erfahrungen mit dem Kymco AK 550i
Im Automobilbereich entlockt das Stichwort "Connectivity" kaum mehr als ein müdes Lächeln. Bei den motorisierten Zweirädern ist nun Kymco mit dem neuen AK 550i am Start, …
Vernetzt in die Zukunft: Erfahrungen mit dem Kymco AK 550i

Kommentare