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Die Mitte macht’s: Bei den Neuheiten für das Zweiradjahr 2009 dominieren endlich wieder bezahlbare und vernünftige Motorräder

Wieder da: Die Macht der Mitte

Es ist eine gute und eine schlechte Botschaft, die über dem Motorradjahr 2009 steht: Das Zweiradhobby ist beliebter denn je, denn der Bestand an Bikes war laut Statistischem Bundesamt noch nie so hoch, doch andererseits sinkt die Zahl der Neuzulassungen nun schon im neunten Jahr in Folge.

Die Hersteller haben sich darum für die neue Saison einiges einfallen lassen, um den Verkauf anzukurbeln: Insgesamt 62 Neuheiten stehen bereit.

Die Zeiten kompromissloser Hochrüstung, in denen nur der Superlativ zählte, sind wohl endgültig vorbei. Das beweist die Zahl der neuen Modelle in der Mittelklasse, die vor allem eines sind: bezahlbar. Zwischen 600 und 900 Kubikzentimetern warten immerhin zwei Dutzend neue Maschinen beim Händler auf Käufer. Diese Zahl ist umso bemerkenswerter, weil obendrein 2009 die hubraumstarken Cruiser ein Comeback feiern, was 16 neue Dickschiffe sowie der Start der amerikanischen Marke Victory eindrucksvoll beweisen.

Neben der Macht der Mitte steht die Nacktheit im Fokus. Unverkleidet ist nach wie vor angesagt, der Trend geht jedoch zur Individualisierung. Immer mehr wollen ein unverwechselbares Motorrad, und so dürfte es relativ sicher sein, dass die BMW-Studie Lo Rider, die im Herbst auf der Mailänder Messe stand, sehr bald realisiert werden wird. Andere Hersteller werden nachziehen. Dabei dürfen die Bikes durchaus alt aussehen, denn Retro-Design verkauft sich gut. Beispielsweise bietet der englische Traditionshersteller Triumph Bikes im Oldie-Look, in denen aber moderne Technik steckt.

Vor allem im Rennsport engagierte Firmen nutzen Neuheiten im Segment der Supersportler um ihrem Image gerecht zu werden. Bemerkenswerteste Neuheit ist hier die BMW S 1000 RR, die erste echte Neuschöpfung seit Jahren. Ansonsten werden bekannte Modelle optimiert und technisch verfeinert, wobei Honda als Novität ein ABS für Supersportler, anbietet – vor wenigen Jahren noch undenkbar, da die elektronische Hilfe von vermeintlich echten Bikern rundweg abgelehnt wurde. Überhaupt greift die Elektronik immer weiter um sich. Was bis vor Kurzem ausschließlich für Pkw angeboten wurde, ist nun für immer mehr Motorräder erhältlich. Denn der Biker von heute will auch auf dem Zweirad nicht auf Navi, Kommunikationssysteme und elektronische Fahrwerkseinstellung verzichten.

Spannend wird es im Jahr 2009 werden, wenn es um alternative Antriebe geht. Mehrere große und kleine Hersteller haben bereits Prototypen vorgestellt, die mit Brennstoffzelle, Hybridtechnik oder Elektroanrieb fahren. Mal sind es Studien, deren Realisierung noch sehr fraglich ist, mal bereits serienreife Fahrzeuge. Am weitesten gediehen sind derzeit die Entwicklungen batteriebetriebener Zweiräder, von denen bereits etliche Dutzend auf unseren Straßen herumkurven. Weitere werden folgen.

Volker Pfau

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