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Besondere Extras bedeuten Lieferfristen auch in heutigen Krisenzeiten.

Wünsche in der Warteschleife

Weil die Hersteller kaum noch Neuwagen verkaufen, haben die wenigen Interessenten beste Chancen - könnte man meinen. Denn um den Verkauf anzukurbeln, werden jede Menge Rabatte gewährt und dem Käufer praktisch die Wünsche von den Augen abgelesen.

Die Realität sieht jedoch in einigen Punkten anders aus. Wer was Besonderes will, muss umso länger warten. Denn gerade in Krisenzeiten bedeuten Sonderwünsche auch längere Lieferfristen.

Denn mit Produktionskürzungen oder Produktionsstopps reagieren die Hersteller erstmal auf die aktuelle Situation, in der sie wegen der geringen Nachfrage eben nicht mehr Fahrzeuge absetzen können. Das hat dann Auswirkungen, wenn einer der seltenen Kunden tatsächlich bei einem Händler auftaucht und gerade jetzt sein bis ins Detail nach Wunsch ausgestattete Fahrzeug ordern möchte.

Mit betroffen von den zurückgehenden Zahlen sind auch die Zulieferer. Denn kein Autohersteller produziert jedes Einzelteil des Fahrzeugs selbst. Leichtmetallfelgen oder Sitzbezüge werden von beauftragten Unternehmen geliefert und ins bestellte Auto eingebaut.

Wer heute zum Beispiel einen VW Golf mit gelber Lederausstattung ordert, dem kann folgendes passieren: Der Wagen wird beim Hersteller bestellt, der wiederum ordert beim Zulieferer die gelbe Lederausstattung. Dort wird man aber nicht eine einzige gelbe Ausstattung auflegen. Man sammelt in der Regel eine bestimmte Anzahl entsprechender Aufträge und stellt sie dann in einem Rutsch her - nur dauert es bei der schlechten Auftragslage natürlich länger, bis eine solche Anzahl beisammen ist.

Bei Fiat etwa steht der georderte Neuwagen in der Regel innerhalb weniger Wochen bereit. Jedenfalls unter der Voraussetzung, dass es sich um ein Fahrzeug ohne viele Extras handelt. Will der Kunde es aber individuell, kann die Sache anders aussehen: Wer zum Beispiel einen Fiat 500 mit dem großen Sonnendach Skydome in einer Wunschfarbe und mit dem Sonderleder von Poltrona Frau ordert, der muss längere Wartezeiten einkalkulieren. Dann lässt der Wagen schon mal vier bis sechs Monate auf sich warten.

Allerdings kann es auch bei bestimmten Auto-Vorlieben zur Geduldsprobe kommen. So muss mancher Autohersteller feststellen, dass die Kundschaft eine Vorliebe für kleinere und sparsame Motoren entwickelt, mit der man nicht gerechnet hat. So hat Audi in Ingolstadt normale Lieferzeiten. Eine Ausnahme ist aber ein Modell wie der Audi A3 mit dem 1,4-TFSI-Motor - hier liegen die Lieferfristen bei rund einem halben Jahr.

Fazit: Wer wirklich ein neues Auto kaufen will und von der Krise profitieren möchte, verzichtet auf ausgefallene Wünsche. Und kauft ein Auto, das womöglich bereits beim Händler auf Käufer wartet.

osw.

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