Zwischen Schnuller-Kutsche und Nürburgring

- Im aktuellen Markendesign präsentiert sich jetzt auch der Opel Meriva. Leichte optische Retuschen, neue Motoren und mehr Ausstattung zeichnen den Rüsselsheimer Van im Miniformat nach der Modellpflege aus.

Die Preise beginnen bei 14 520 Euro für den bekannten 1,4-l-Benziner mit 90 PS. Schon beim Start vor rund drei Jahren war der Meriva ein Glücksfall für Opel. Der variable Fünfsitzer auf Corsa-Basis belebte mit seinem Ideenreichtum und dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis die schon vergessen geglaubten Markenwerte und avancierte flugs mit mehr als 500 000 verkauften Einheiten zu Europas erfolgreichstem Minivan.

Zu einer tiefgreifenden konzeptionellen Änderung bestand im Zuge des Facelifts also kein Grund. Daher beschränkt sich die Überarbeitung auf Detail-Kosmetik, die sich etwa in der neuen Chromleiste im Kühlergrill und einer neuen Frontschürze widerspiegelt. Auch im Innenraum finden sich nun hier und da Chromakzente und einige neue Polsterstoffe. Hinzu kommen neue Ausstattungsoptionen wie ein Abbiege- und Kurvenlicht mit Halogentechnik.

Erhalten geblieben ist dem Meriva das flexible und leicht bedienbare Sitzkonzept, das den 4,05 Meter langen Fünftürer mit wenigen Handgriffen in einen Einsitzer und wieder zurück verwandelt, ohne dass die Sitze ausgebaut werden müssen. Aber wichtiger als die Designänderungen sind die Neuigkeiten unter der Motorhaube: So bietet Opel jetzt für 16 235 Euro als Einstiegs-Diesel ein 1,3-l-Common-Rail-Triebwerk mit 75 PS an, das man schon aus diversen Opel- und Fiat-Modellen kennt.

In den Fahrleistungen reichlich träge, zeichnet sich der kleine Selbstzünder in erster Linie durch seinen vorbildlich niedrigen Verbrauch aus: 5,0 Liter Diesel sind’s laut Opel auf 100 km. Auch einPartikelfilter ist serienmäßig mit an Bord. Die etwas überzeugendere Wahl für den Alltag dürfte aber der neue 1,6-l-Twinport-Benziner mit 105 PS sein, der das Vorgängeraggregat mit 100 PS ablöst und trotz des Leistungszuwachses sechs Prozent weniger Sprit verbraucht. 6,7 Liter sind es hier auf 100 km.

Auf der anderen Seite der Leistungspalette rangiert hingegen die neue bis zu 222 km/h schnelle OPC-Version mit 180 PS. Mit tie fergelegtem Fahrwerk kommt der sonst so brave Meriva hier ab 23 000 Euro als veritables Sport-paket für den Nürburgring daher. So dürfte der Meriva auch nach dem Facelift in der Erfolgsspur bleiben. Denn mit seiner umfang-reichen Motorenpalette mit jetzt sechs Triebwerken, der soliden Sicherheitsausstattung mit serien-mäßigem ESP und dem bewährten Innenraumkonzept darf der Rüsselsheimer Minivan weiter als Maßstab seiner Klasse gelten.

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