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Markus Müller und seine Schwester Sarah in der Küche, in der das Feuer ausgebrochen war.

Bub (10) rettet sich und seine Schwester

Armstorf - Markus Müller ist ein kleiner Held: Geistesgegenwärtig brachte der Zehnjährige seine kleine Schwester in Sicherheit. Denn in der Küche schlugen schon die Flammen hoch...

Markus kommt Dienstagmittag müde und hungrig von der Realschule Taufkirchen, wo er die Klasse 5a besucht, nach Hause. Auch seine sechs Jahre alte Schwester Sarah ist von der Grundschule zurück. Mama Monika will ihren Kindern Pommes in einem Topf mit Fett bruzzeln. Die Platte ist schon heiß, als sie merkt, dass gar keine Fritten im Haus sind. Sie verabschiedet sich von ihren Kindern, um rasch in einen Supermarkt im nahen Dorfen zu fahren. In einer Viertelstunde will sie zurück sein.
Doch in der Eile vergisst die Mutter, den Herd auszuschalten. Sarah sitzt vor dem Fernseher. Markus beginnt mit den Hausaufgaben. Plötzlich fällt ihm der üble Geruch aus der Küche auf. Der Zehnjährige denkt sich zunächst nichts. „Ich habe einfach den Dunstabzug angemacht“, berichtet er. Als er sich wenige Minuten später noch einmal umdreht, sieht er, wie Stichflammen aus dem Topf schießen. Das heiße Fett brennt.

"Bei uns brennt`s"

Markus fackelt nicht lange. Er wählt den Notruf 112 und landet bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord in Ingolstadt. Die informiert die Feuerwehr-Leitstelle in Erding, die die Freiwillige Feuerwehr St. Wolfgang ausrücken lässt. In dieser Zeit bringt Markus seine Schwester ins Freie. Vor dem Haus steht eine Nachbarin. „Was ist denn los?“, will die besorgte Frau wissen. „Bei uns brennt’s“, erklärt Markus.

Mittlerweile haben sich weitere Anlieger eingefunden. Trotz dichten Qualms rennen die Erwachsenen in die Wohnung. Einer Frau gelingt es, den Topf von der Platte zu ziehen und ins Freie zu bringen. Eine andere reißt die Fenster auf. Monika Müller trifft kurz vor Feuerwehr und Polizei ein. „Ich hab’ gedacht, mich trifft der Schlag“, schildert die immer noch tief bewegte Mutter. „Ich hab’ den Herd glatt vergessen. Man liest davon ja häufiger. Aber ich hätte nie gedacht, dass mir das passiert.“
Die Feuerwehr kann die Müllers rasch beruhigen. Sie selbst musste kaum mehr eingreifen. Markus’ vorbildlichem Verhalten ist es zu verdanken, dass die Wohnung nicht ausgebrannt ist. Teile der Küche und des Wohnzimmers sind zwar verrußt – die Polizei spricht von 2500 Euro Schaden –, doch Schlimmeres ist nicht passiert. Zum Glück sind die Müllers versichert.

"Ich schau`oft die Fernsehserie 112"

Wie kommt ein Zehnjähriger dazu, derart umsichtig zu handeln? „Ich schau’ oft die Fernsehserie ,112 - Sie retten Dein Leben‘. Deshalb wusste ich, dass es ernst war und wie ich die Feuerwehr rufe“, erzählt der kleine Held. Den Müllers steckt der Schreck noch in den Gliedern. Vor allem Sarah hat Angst, der Topf könnte wieder Feuer fangen. „Ich hab’ kaum geschlafen“, gesteht die Mutter. Auf Markus ist ganz Armstorf stolz, einschließlich Polizist Martin Schindler, der beim Einsatz dabei war: „Respekt, der Bub hat alles richtig gemacht. An ihm kann man sich ein Beispiel nehmen.“ Markus überlegt nun, ob er eines Tages auch zur Feuerwehr geht.

Hans Moritz

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