100-Meter-Sturz in den Tod

Marktoberdorf - Drama um zwei Wanderer aus Bayern in den Tiroler Bergen: Beim Abstieg vom Vorderen Sonnenkogel ist am Sonntag ein 19-Jähriger aus Marktoberdorf (Kreis Ostallgäu) 100 Meter in die Tiefe gestürzt.

Sein Begleiter (40) entdeckte den Leichnam schließlich am Fuß der Steilwand.

Dominik F. (19) und sein Freund Torsten S. (40) waren gegen 10 Uhr zum 2200 Meter hohen Gipfel des Vorderen Sonnenkogel aufgebrochen. Gegen Mittag erreichte das Duo sein Ziel. Doch beim Abstieg über die ihnen unbekannte Nordseite verloren die Bergsteiger die Orientierung und gerieten in unwegsames und steiles Gelände. Schließlich trennte man sich. Während Torsten S. versuchte, in einem mit Bäumen und Büschen durchsetzten Stück Halt zu finden, wollte Dominik F. durch eine schneebedeckte Rinne weiter nach unten. Eine fatale Entscheidung: Denn der 19-Jährige glitt aus und rutschte die Rinne abwärts – doch die endete nach rund 50 Metern im Nichts. Dominik stürzte 100 Meter in die Tiefe!

Davon bekam sein Freund Torsten zunächst gar nichts mit. Erst als er die Rutschspuren in der Rinne entdeckte und Dominik nicht mehr auf seine Rufe antwortete, ahnte er, dass etwas Furchtbares passiert sein musste.

Verzweifelt kämpfte sich der 40-Jährige den Berg hinunter, bis er am Fuß der Wand schließlich seinen Freund fand. Doch für Dominik kam jede Hilfe zu spät. Völlig demoralisiert alarmierte Torsten S. nun die Bergwacht, die ihn und den Leichnam von Dominik schließlich per Hubschrauber bergen konnte. Einsatzleiter Walter Schimpfössl gibt das Unglück Rätsel auf: „Ich kann nicht verstehen, warum das Duo diese Route gewählt hat. Das ist eine reine Sommertour, die jetzt höchstens mit Steigeisen zu schaffen ist.“

tz

Rubriklistenbild: © dpa

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