Antibiotika-Belastung: Bittere Pille für Züchter

Erlangen - Bittere Pille für die Züchter: Wegen unzulässiger Antibiotika-Belastung dürfen 11.900 Schweine in Süddeutschland nicht normal geschlachtet und in den Lebensmittelhandel gebracht werden.

Dies hat eine Sprecherin des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen am Freitag mitgeteilt. Im Urin der Tiere aus neun Betrieben war - wegen entsprechend verunreinigter Futtermittel - das verbotene Antibiotikum Chloramphenicol festgestellt worden. Produkte aus diesen Tieren dürften deshalb nicht in die Lebensmittelkette gelangen, sagte die LGL-Sprecherin.

Nach Entdeckung der Antibiotika im Futtermittel hatten die Behörden 26 Schweinemast-Betriebe im Allgäu und im Raum Ulm vorsorglich gesperrt. 12 Betriebe hätten inzwischen wieder entsperrt werden können, die 10 100 Tiere dort seien wieder freigegeben, berichtete die LGL-Sprecherin. Bei 5 weiteren Betrieben mit insgesamt 6500 Tieren seien Spuren im Futtermittel festgestellt worden. Ein eigens erarbeitetes Konzept zum Schutz der Verbraucher sehe für diese Betriebe besondere Wartezeiten bis zur Schlachtung sowie zusätzliche Untersuchungen der Tiere vor.

Menschliches Versagen hatte in einer Allgäuer Molkerei zu der Verunreinigung der Futtermittel geführt. Laborabfälle waren dort unsachgemäß entsorgt worden. Deswegen sei das Antibiotikum in das sogenannte Weißwasser gelangt, wie das LGL herausgefunden hatte. Weißwasser, das bei der Produktion in der Molkerei anfällt und noch Milchbestandteile enthält, werde von einigen Betrieben aus dem Umland kostenfrei abgeholt und vor allem bei Schweinen dem Futter beigegeben.

Die LGL-Sprecherin konnte keine Angaben machen, wie die Züchter die 11 900 zum Verzehr ungeeigneten Tiere möglicherweise anderweitig verwenden können.

dpa

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