Notwehr nur inszeniert 

12,5 Jahre Haft nach tödlicher Messerstecherei in Straubing

Der Verteidiger plädierte auf Freispruch - das Gericht sah die Sache aber anders. Ein 48 Jahre alter Mann muss über 12 Jahre ins Gefängnis. 

Regensburg - Zu zwölfeinhalb Jahren Haft hat das Landgericht Regensburg einen 48-Jährigen verurteilt, der in Straubing einen Mann erstochen hatte. Damit folgte die Kammer am Dienstag dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hingegen hatte Notwehr geltend gemacht und auf Freispruch plädiert.

Nach Ansicht des Schwurgerichts hat der Angeklagte die vermeintliche Notwehr jedoch nur inszeniert. Zudem habe er sich mehrfach widersprüchlich geäußert und „große Nebelkerzen“ geworfen. Die Spurenlage hingegen habe ein seit Monaten gedanklich geplantes Tötungsdelikt bestätigt.

Mit dem Messer am Hals verletzt

Der Frührentner hatte im vergangenen August einen 39-Jährigen im Streit in dessen Wohnung mit einem Messer so schwer am Hals verletzt, dass dieser später starb. Die Lebensgefährtin des Opfers wurde Zeugin der Tat. Sie soll ein Verhältnis mit dem Angeklagten gehabt haben. Eine Nachbarin hatte den Streit gehört, durch die offen stehende Wohnungstüre das Opfer in einer Blutlache liegen sehen und die Polizei alarmiert.

Nach der vom Angeklagten „an Dramatik fast nicht zu überbietenden“ Darstellung hätte er selbst voller Blut sein müssen, hieß es vom Gericht. Das war aber nicht der Fall. Auch das Taschenmesser, das der Getötete in der Hand hielt, habe der 48-Jährige nachträglich dorthin gelegt.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Oma stirbt im Auto vor den Augen der zehnjährigen Enkelin
Vor den Augen ihrer zehnjährigen Enkelin auf dem Auto-Rücksitz ist in Niederbayern eine 78-Jährige tödlich verunglückt. Die beiden waren zusammen mit dem Großvater auf …
Oma stirbt im Auto vor den Augen der zehnjährigen Enkelin
Kurioser Hype: Darum grillen Bayerns Vereine plötzlich in eiskaltem Wasser
Grill einheizen, Kamera an und ab ins eisige Wasser: In Bayern breitet sich ein neuer Internet-Hype aus, dem sich Vereine nur schwer entziehen können. Derzeit werden sie …
Kurioser Hype: Darum grillen Bayerns Vereine plötzlich in eiskaltem Wasser
Er spritzte Gaffer mit Wasser ab - jetzt macht er etwas völlig Unerwartetes
Viele feierten den Feuerwehrmann Rudi H., der auf der A3 Gaffer mit Wasser abspritzte, als Helden. Nun hat er wieder etwas getan, das man so gar nicht erwartet hätte - …
Er spritzte Gaffer mit Wasser ab - jetzt macht er etwas völlig Unerwartetes
Darum ist die Region Freising ein wahres Mekka für Autodiebe
Eine Freisinger Familie erlebt eines Morgens eine böse Überraschung: Ihr teurer Audi A6 ist weg. Gestohlen. Von der Polizei erfährt sie, dass mehr dahinter steckt als …
Darum ist die Region Freising ein wahres Mekka für Autodiebe

Kommentare