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Vorbereitung für den Ernstfall: In Lkw befördert das BRK Sanitätsmaterial zu Behandlungsplätzen. 

Hilfsorganisationen bereiten sich vor

1200 Retter trainieren für G7-Gipfel

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München - Das Rote Kreuz wird beim Gipfeltreffen der G7 im Juni 2015 Kräfte aus ganz Bayern einsetzen. Was auf sie zukommt? Es ist mit allem zu rechnen.

Eine Angestellte im Tagungshotel, die plötzlich eine Kreislaufschwäche erleidet und schnell medizinische Hilfe braucht, die Gegner des G7-Gipfels oder Polizeibeamte, die bei Protestaktionen verletzt werden und zu versorgen sind: Die Rettungskräfte müssen für viele Szenarien vor und während des Treffens der Staats- und Regierungschefs aus den sieben führenden Industrienationen am 7. und 8. Juni 2015 im Schloss Elmau im Isartal gerüstet sein. Ebenso für einen Einheimischen, der in dieser Zeit zu Hause einen Herzinfarkt erleidet, oder einen Gast, der in den Bergen verunglückt. Die Planungen bei den Hilfsorganisationen laufen seit einiger Zeit in alle Richtungen. BRK, Malteser Hilfsdienst, Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und Johanniter-Unfall-Hilfe stimmen sich eng mit den Stäben der Staatsregierung, der Polizei und des zuständigen Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen ab. „Wir werden für den Gipfel gerüstet sein“, meint BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk, „aber unsere täglichen Aufgaben werden nicht leiden. Wir werden weiter die Menschen in Bayern retten und Krankentransporte fahren.“

Dazu ziehen die Hilfsorganisationen zumeist ehrenamtliche Kräfte aus ganz Bayern zusammen. Sieben Kontingente stellt das BRK beispielsweise im ganzen Freistaat, sechs davon werden voraussichtlich von 4. bis 8. Juni zusammengezogen: Jeweils zwei sollen rund um die Uhr in München und Garmisch-Partenkirchen stationiert sein, zwei weitere in Geretsried – die Stadt liege taktisch günstig zwischen den Brennpunkten, erklärt Projektleiter Klemens Reindl vom BRK. Er hat Erfahrung mit besonderen Aufgaben: Der Bad Kohlgruber war einer der Einsatzleiter bei der schwierigen Rettung des Forschers aus der Riesending-Schachthöhle Berchtesgaden.

Jedes Kontingent besteht aus fast 140 Helfern. Die Aufgabe: in wenigen Minuten mobile Behandlungsplätze bauen und bis zu 50 Patienten in der Stunde versorgen. Stärk rechnet mit rund 1200 Rettern zwischen dem Flughafen München, auf dem die Delegationen landen, und der Landesgrenze – eingeschlossen sind die Bergwacht für das Gelände rund um das Schloss oder die Wasserwacht für die Flüsse. Damit ist es einer der größten Einsätze in der Geschichte des BRK.

Und diese Kräfte müssen flexibel sein: Was, wenn Aktivisten die Zufahrtswege blockieren? Die Bundesstraßen vom Autobahnende oder vom Walchensee ins Isartal? Wie können Patienten dann in die Klinik gebracht werden? Oder wenn die Straßen für Staatsgäste gesperrt sind? „Auf all diese Fragen müssen wir Antworten haben“, sagt Stärk. Die Einheiten müssten für längere Zeit autark arbeiten können, betont Reindl.

„Neu“ ist für das Rote Kreuz nach Stärks Worten, dass die Kräfte mit Attacken von gewaltbereiten Gipfel-Gegnern rechnen müssen. „Es könnten auch Steine auf Rettungswagen fliegen“, meint er. „Darauf müssen wir unsere Leute mental vorbereiten.“ Zu den Grundsätzen des Roten Kreuzes zählen zwar die Neutralität und die Unparteilichkeit, doch darauf werden Aktivisten keine Rücksicht nehmen.

Es zeichnet sich also ab: Der Aufwand ist groß. Noch sind die Kosten nicht zu beziffern. Zahlen wird der Staat. Die Regierung habe bereits zugesagt, die Lohnfortzahlung der Ehrenamtlichen zu übernehmen, erklärt der Geschäftsführer.

Die Planungen konzentrieren sich indes nicht nur auf den Gipfel – die Hilfsorganisationen sind beispielsweise am Wochenende zuvor bei den großen Festivals Rock im Park in Nürnberg oder bei Rockavaria im Münchner Olympiapark gefordert. Auch das will das Rote Kreuz schaffen. „Wir werden unsere Aufgaben erfüllen“, sagt Stärk. Allerdings appelliert er an die Ehrenamtlichen: „Wer sich im BRK engagiert, möge in der Zeit bitte nicht in Urlaub fahren.“

Matthias Holzapfel

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