Hochwasser in Bayern

1500 Euro Soforthilfe für Flutopfer: So geht's

München - Bayern zahlt Opfern der Flutkatastrophe 1500 Euro Sofortgeld. Die Bar-Auszahlung soll noch vor dem Wochenende möglich sein. Das sagte Ministerpräsident Horst Seehofer nach einer Sitzung des Ministerrats.

Das Geld soll zur Wiederbeschaffung von lebensnotwendigem Hausrat dienen. „Schnelle Hilfe ist die wirksamste Hilfe“, sagte Seehofer.

Das Vorgehen ist ungewöhnlich. Seehofer will lieber Mitnahme-Effekte riskieren und dafür politisch einstehen als die Auszahlung verzögern. Hinterher wüssten immer alle, „was man für Formblätter hätte entwickeln sollen“. Nun seien aber „oberlehrerhafte Positionen“ nicht angebracht.

Die Gelder könnten ab dem heutigen Donnerstag in den Gemeindeverwaltungen beantragt werden, sagte ein Sprecher des für die Hilfen zuständigen Finanzministers Markus Söder (CSU). Zunächst sei kein Nachweis nötig. Privathaushalte können die 1500 Euro abrufen, und Betriebe bis 50 Mitarbeitern sogar 5000 Euro. Das gelte auch bei Grundwasserschäden. Das Geld ist ein Zuschuss, wird aber mit späteren Hilfen und Versicherungszahlungen verrechnet. In mehreren Rathäusern in Oberbayern wurde gestern allerdings bezweifelt, ob die Bar-Auszahlung bereits heute klappen wird.

Land unter im Kreis Deggendorf

Schock-Fotos: Land unter im Kreis Deggendorf

Als zweite Stufe nach dem Sofortgeld sollen „Soforthilfen für Hausrat“ ausgezahlt werden. Hier geht es um nicht versicherbare Schäden ab 5000 Euro wie etwa in Passau. Zwischen 1000 und 2500 Euro pro Haushalt sind eingeplant. Für Wohngebäude mit nicht versicherbaren Ölschäden über 10 000 Euro soll ein Viertel der Kosten (höchstens 5000 Euro) ersetzt werden. Wer in eine existenzielle Notlage rutscht, soll Hilfen aus dem „Härtefonds“ bekommen. Finanzminister Markus Söder (CSU) koordiniert die Hilfen. Langfristig plant er auch Steuerentlastungen für Flutopfer: Steuer kann gestundet werden. Wer im Hochwasser Unterlagen verlor, soll nicht schlechter gestellt werden.

cd

Rubriklistenbild: © dpa

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