Das ist die Stundentafel für einen der Zweige. Bei Sport und Kunst/Musik sind Varianten möglich.

Stundentafel vorgestellt

19 Stunden mehr im neuen G9 - welche Fächer profitieren

  • schließen

Die Stundentafel für die fünfte bis elfte Jahrgangsstufe des neunjährigen Gymnasiums steht. Mehr politische Bildung, mehr Informatik – das sind zwei Eckpfeiler. Doch es gibt auch Verlierer.

München – Das neue G9 hat 19 Wochenstunden mehr Unterricht als das bisherige G8. 19 Stunden, nicht etwa 30, wie man vielleicht meinen würde, denn schließlich kommt ja ein komplettes Schuljahr dazu. Doch der Druck, den lästigen Nachmittagsunterricht in Unter- und Mittelstufe zu eliminieren, war hoch. So bleiben letztlich die 19 Stunden, die auf die einzelnen Fächer verteilt werden mussten. Aber wie?

Trotz vieler Mitredner in Lehrer- und Elternverbänden ist der Entwurf der Stundentafel, die gestern vorgestellt wurde, weitgehend im Konsens erarbeitet worden. „Das war einzigartig in Deutschland“, lobte Walter Baier, Chef der bayerischen Direktorenvereinigung. Michael Schwägerl, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbands, sprach sogar von einem „Meilenstein“. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) bemühte den Vergleich mit der „eierlegendenWollmilchsau“, was so viel heißt wie: Man konnte es nicht allen Fächer-Lobbyisten recht machen. Immerhin: „Es wird kein Fach schlechtergestellt, die meisten verbessern sich sogar in der Stundenausstattung.“ Eine typische „Kompromisslösung“ (so Susanne Arndt von der Landeselternvereinigung), die gestern wenig Protest hervorrief.

Ein Kernelement des neuen G9 ist eine Stärkung der sogenannten Grundlagenfächer Mathe, Deutsch und Fremdsprachen. Insgesamt elf Stunden mehr als im G8 sind für diese Fächer eingeplant. In der 11. Klasse wird jedes der vier Fächer dreistündig.

Auch Geschichte und Sozialkunde werden im G9 gestärkt – in der neuen 11. Klasse gibt es insgesamt drei weitere Stunden dafür. Ursprünglich war sogar angedacht, ein neues Fach „Politische Bildung“ zu kreieren. Doch damit hätte man die etablierten Lobbyisten von Sozialkunde und vor allem Geschichte vor den Kopf gestoßen. Das Ergebnis begeistert aber auch so politikinteressierte Schüler wie die 18-jährige Augsburgerin Acelya Aktas, die als Landesschülersprecherin fungiert und sich „ziemlich begeistert“ über den Vorschlag zeigte.

Informatik wird – wenn man mit der Stundenausstattung im humanistischen/sprachlichen G8 vergleicht – verdoppelt: Es gibt zwei Stunden in der 11. Jahrgangsstufe. Allerdings wird es (anders als zum Beispiel Physik) kein Kernfach, sondern „nur“ Vorrückungsfach – Schüler werden also keine Schulaufgaben in Informatik schreiben müssen. Hauptaufgabe des Kultusministeriums wird es jetzt sein, die nötigen Lehrer dafür zu bekommen – in Informatik, bisher eher ein Randfach, fehlen schon heute Lehrer. Spaenle sprach von einer nötigen Nachqualifizierung von Mathe- und Physiklehrern und kündigte ein „Anreizsystem“ an – in welcher Form, blieb gestern offen.

Andere Fächer sind verschiedenen Verschiebungen ausgesetzt. Chemie zum Beispiel wird im Vergleich zum G8 zwar insgesamt gestärkt. Es ist in der 9. Klasse dreistündig, in der zehnten zweistündig. In der 11. Klasse indes gibt es das Fach dann nicht mehr. „Problematisch“ nennt das Simone Fleischmann vom Lehrerverband BLLV. Drei Fächer müssen ohne Stundenzuwachs auskommen: Geografie, Biologie und Wirtschaft & Recht. Spaenle verteidigte dies als „Güterabwägung“.

Zwei knifflige Aufgaben stehen jetzt bevor: Ministerium und Verbände müssen Details der „Überholspur“ entwerfen, denn im G9 sollen begabte Schüler eine Klasse überspringen dürfen. Zudem muss noch die Oberstufe geplant werden – vielleicht mit einer Art Leistungskurs. Das G9 soll ab dem Schuljahr 2018/19 gelten. Die heutigen Dritt- und Viertklässler sind die ersten, die neun Jahre Gymnasium haben werden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wieder Warnstreik bei bayerischer Busgesellschaft
In Regensburg werden am Mittwochmorgen viele Räder still stehen: Bei Regionalbus Ostbayern wird gestreikt.
Wieder Warnstreik bei bayerischer Busgesellschaft
Hoppla: Mann deodoriert sich versehentlich mit Pfefferspray - mit bösen Folgen
Ein Mann in Niederbayern wollte sich nur ein bisschen frisch machen - und griff versehentlich zum Pfefferspray. Für ihn hatte die Episode ein doppelt heftiges Nachspiel.
Hoppla: Mann deodoriert sich versehentlich mit Pfefferspray - mit bösen Folgen
Ende nach 23 Jahren: BR verzichtet künftig auf das Chiemgauer Volkstheater
Aus für einen bayerischen TV-Klassiker: Nach rund 23 Jahren will der BR keine neuen Komödien mit dem Chiemgauer Volkstheater mehr drehen.
Ende nach 23 Jahren: BR verzichtet künftig auf das Chiemgauer Volkstheater
Lkw-Fahrer muss wegen Stau anhalten - kurz darauf kommt es zum tödlichen Crash
Ein Lkw ist bei Mainstockheim in einen Tanksattelzug gekracht. Der 42-jährige Fahrer starb bei dem Auffahrunfall.
Lkw-Fahrer muss wegen Stau anhalten - kurz darauf kommt es zum tödlichen Crash

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.