20-Jährige Anhalterin wegen Mordversuch verurteilt

München - Jetzt muss sie in den Knast: Eine Anhalterin ist am Mittwoch wegegen Mordversuchs an einem Autofahrer zu mehreren Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Das Motiv blieb jedoch mysteriös.

Das Münchner Landgericht verurteilte die zur Tatzeit 20-Jährige zu einer Jugendstrafe von siebeneinhalb Jahren. Die junge Frau hatte dem Opfer im September 2010 mit ihrem Taschenmesser einen 17 Zentimeter langen Schnitt auf der rechten Halsseite beigebracht und ihm die Klinge in Kopf und Schulterblatt gestoßen. Trotz der mehr als dreimonatigen Beweisaufnahme sei das Motiv im Dunkeln geblieben, sagte der Vorsitzende Richter.

Die Frau gab an, sich von dem 35-jährigen Fahrer bedrängt gefühlt zu haben und mit dem Messer zu ihrem Schutz “gefuchtelt“ zu haben. Diese Darstellung war durch die Aussage des Zeugen und das Gutachten des Rechtsmediziners widerlegt. Dem Experten zufolge war der Schnitt über den Hals zu gleichmäßig, um durch ungezieltes Fuchteln entstanden zu sein. Der Fahrer sagte im Zeugenstand aus, er habe ihr damals “über die Wange gestreichelt“ und die junge Frau auf einen Kaffee eingeladen. Dem habe sie zugestimmt, bevor es unversehens zu dem Messer-Angriff gekommen sei.

Zugunsten der Angeklagten wurde vor allem deren alkoholische Enthemmung berücksichtigt. Die inzwischen 21-Jährige hatte zur Tatzeit einen Alkoholpegel von vermutlich mehr als 1,5 Promille. Dies habe ihre Schuldfähigkeit aber nicht eingeschränkt. Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre Jugendstrafe gefordert, die Verteidigung bat lediglich um ein “gerechtes Urteil“.

dpa

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