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Das Bayern-Ticket ist in den roten Regionalzügen der Deutschen Bahn gültig. Aber auch bei vielen Partnern, etwa der Münchner U-Bahn, der BOB oder dem Meridian, gilt die Fahrkarte. 

20 Jahre Bayern-Ticket

Der Kassenschlager der Bahn

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Die Bahn nennt es „eine Erfolgsgeschichte“: Heute vor 20 Jahren wurde das Bayern-Ticket eingeführt. Es ist das beliebteste Länderticket Deutschlands und wurde schon 60 Millionen Mal verkauft.

München – Zum runden Geburtstag gibt es natürlich viel Statistisches: Rund 130 Millionen Kunden sind seit der Einführung des Bayern-Tickets am 3. März 1997, also heute vor 20 Jahren, schon mit der Fahrkarte gereist. Sie haben dabei insgesamt 17 Milliarden Kilometer zurückgelegt – also 425 000 Mal die Erde umrundet. Eine der weitesten Strecken, die man mit dem Bayern-Ticket an einem Tag hin und zurück fahren kann, dürfte die Strecke Garmisch-Partenkirchen-Aschaffenburg sein. Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen 9.07 Uhr, Rückkehr um 22.54 Uhr mit einer halben Stunde Aufenthalt in Aschaffenburg und sechsmaligem Umsteigen. Bahn pur für nur 25 Euro!

Ein Erfinder ist nicht überliefert, auch Bayerns damaliger Verkehrsminister Otto Wiesheu ist sich nicht ganz sicher. „Der Dieter Wellner war’s“, sagt er erst – Wellner war damals Bahn-Fachmann in seinem Ministerium. Aber dann überlegt Wiesheu und wird unsicher: Damals wurde ja auch der Bayern-Takt eingeführt, das heißt, die bis dato unregelmäßig fahrenden Regionalzüge erhielten einen festen Ein- oder Zwei-Stunden-Takt. Das Ministerium ließ sich von einem Schweizer Büro beraten – „vielleicht kam die Idee auch daher“, meint Wiesheu.

Zu Beginn war die Benutzung noch recht beschränkt. Für 35 D-Mark konnten damals zwei Erwachsene und maximal vier Kinder bis elf Jahren in Nahverkehrszügen fahren. Die S-Bahn war zunächst ausgeschlossen, auch die Berufsverkehrszeit am Abend zwischen 16 und 19 Uhr. „Es ging darum, die Schwachlast-Zeiten bei der Bahn auszugleichen“, sagt Otto Wiesheu.

Nach und nach gab es Verbesserungen: Die Nutzung der S- und U-Bahn war schon seit 1998 möglich, ein Jahr später konnten dann fünf Erwachsene mitfahren, 2003 fiel die Beschränkung auf die Werktage weg, 2012 wurde der Preis nach Personen gestaffelt. Heute kostet ein Ticket 25 Euro, bis zu vier Mitfahrer je sechs Euro Aufschlag. Es gibt heute auch Varianten: das Online-Ticket, das Bayern-Ticket 1. Klasse und das Bayern-Ticket Nacht, das ab 18 Uhr gültig ist. Auch der oft DB-kritische Fahrgastverband Pro Bahn hält das Bayern-Ticket für einen Erfolg, wie der oberbayerische Bezirksvorsitzende Norbert Moy sagt. Er nennt aber auch eine Schattenseite: Weil das Bayern-Ticket nur in Regionalzügen gültig war, nicht aber in den Interregio-Züge, wurde diese geschwächt. Die IR-Zuggattung fiel 2006 weg.

Aufsehen erregte die Ende 2013 eingeführte Regelung, dass alle Namen (statt wie vorher nur einer) der Reisenden vorher auf dem Bayern-Ticket eingetragen sein müssen. Die Bahn durchkreuzte so die Strategie von „Schleppern“, die aus der gezielten und mehrmaligen Suche nach Mitfahrern ein Geschäftsmodell gemacht hatten. Für das Bayern-Ticket gibt es nun eine eigene Facebook-Seite. Dort können Reisende zur Kostenersparnis legal Mitfahrer suchen. „München – Lindau, wer will mit?“, heißt es da, oder „31. März: Salzburg nach Erlangen – Man möge sich melden“.

Für die Zukunft würde sich Pro Bahn eine Regionalisierung des Bayern-Tickets wünschen, zum Beispiel eine Oberbayern-Variante. Derzeit gebe es zwar ein Werdenfels- und ein Südostbayernbahn-Ticket. „Aber jedes Ticket hat andere Regelungen“, bedauert Norbert Moy.

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