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Freund oder Feind? Der Wolf streift immer häufiger durch Bayern. Für den Menschen ist er in der Regel keine Gefahr, doch die Almbauern fürchten um ihre Weidetiere. 2015 wurden im Freistaat in zwei Fällen Schafe gerissen.

2015 fünf Wolfsnachweise im Freistaat

Wenn der Wolf durch Bayern streift

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Augsburg - Naturschützer feiern seine Rückkehr, die Almbauern sind ihm weniger wohlgesonnen – immer wieder streift der Wolf durch Bayern. Heimisch ist das Raubtier im Freistaat aber nicht.

Kein anderes Tier sorgt in Bayern so sehr für Aufregung wie der Wolf. Wann immer er in freier Wildbahn gesichtet wird, schrecken die Almbauern auf und sind in Alarmbereitschaft. 2015 hat das Landesamt für Umwelt (LfU) fünf Wolfsnachweise im Freistaat bestätigt, so viele wie seit Jahren nicht mehr. „Der Wolf ist aber nicht heimisch geworden in Bayern. Es sind einzelne Tiere, die auf Nahrungs- und Partnersuche durch den Freistaat streifen“, erläutert LfU-Präsident Claus Kumutat in Augsburg.

Im April hatte ein Wolf bei Zorneding (Landkreis Ebersberg) Schafe gerissen, im August tötete ein Wolf im Landkreis Miesbach zwei weidende Tiere. Die Wölfe kommen entweder aus dem südwestlichen Alpenraum, aus Westpolen oder dem Nordosten Deutschlands in den Freistaat.

"Wir sind auf jeden Fall wachsamer geworden"

Schäfer und Almbauern sind stets auf der Hut. Schließlich sind im Freistaat viele Schafe auf den Almen meist ohne Zäune und ohne Hirten unterwegs – eine leichte Beute für einen Wolf. Mögliche Spuren werden da besonders argwöhnisch beobachtet. „Wir sind auf jeden Fall wachsamer geworden in den letzten Jahren“, sagt Brigitta Regauer vom Almwirtschaftlichen Verein. „Aber nicht nur wir, auch die Behörden. Sie nehmen unsere Sorgen wahr, das läuft mittlerweile ganz gut.“

Trotzdem kommen laut LfU auch immer wieder vorschnell Falschmeldungen über angebliche Wolfsspuren. Ende November hatten Jäger im Raum Furth im Wald (Landkreis Cham) drei Fährten im Schnee entdeckt und fotografiert, die sie eindeutig Wölfen zuordneten. „Dies hat sich nicht bestätigt. Die Spuren sind eindeutig katzenartigen Tieren zuzuordnen, allenfalls einem Luchs“, betont Kumutat. Für einen gesicherten Nachweis analysiert das Landesamt für Umwelt neben Fotos und Spuren auch Speichelproben an gerissenen Kadavern.

31 Wolfsrudel und 8 Wolfspaare in Deutschland

Seit 1996 leben in Deutschland wieder Wölfe. Derzeit sind 31 Wolfsrudel und 8 Wolfspaare nachgewiesen. Außerhalb des Kernvorkommens in der sächsischen Lausitz leben diese in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

Bayern ist „Wolfserwartungsland“. Für Regauer und ihre Almbauern-Kollegen heißt das: bange Blicke etwa in die Schweiz oder an den Gardasee. Denn dort sind Wölfe nachgewiesen, die auch den Weg über die Grenze finden könnten. „Einzelne Wanderschäfer haben schon reagiert“, sagt Regauer. „Sie haben sich zusätzliche Herdenschutzhunde angeschafft.“ Für viele Almbauern ist das aber keine Option. „Dafür sind unsere Gebiete oft zu kleinteilig.“

Immer wieder wurde aus den Reihen der Almbauern die Forderung laut, den Schutzstatus des Wolfes in bestimmten Fällen herunterzusetzen. „Hier schreit nicht nur Bayern“, sagt Regauer. Der sächsische Bauernverband hat im November eine Resolution beschlossen, in der kritisiert wird, dass die „gesellschaftlich und politisch gewollte Wiederansiedlung des Wolfes zu unkalkulierbaren rechtlichen Risiken für Betriebe mit Weidetierhaltung“ führe.

Respekt, aber nicht unbedingt Angst

Menschen sollten bei einer Begegnung mit einem Wolf zwar Respekt, aber nicht unbedingt Angst haben. Seit der erneuten Anwesenheit von Wölfen in Deutschland hat es keinen Angriff auf Menschen gegeben. „Das Tier ist sehr zurückhaltend und jagt ausschließlich zur Nahrungssuche. Der Mensch gehört nicht zum Beuteschema“, sagt Kumutat. Es könne aber passieren, dass ein Wolf aus Neugierde stehenbleibt und den Menschen beobachtet. Hunde sollten aber auf jeden Fall angeleint werden.

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