Mehrfamilienhaus hatte lichterloh gebrannt

21-Jähriger legt neun Mal Feuer - Geständnis vor Gericht

Neunmal soll er Feuer gelegt haben - mehrmals in Wohnhäusern. Viele Menschen brachte er so in Lebensgefahr. Nun muss sich ein 21-Jähriger in Nürnberg vor Gericht verantworten.

Nürnberg - Er soll neun Brände gelegt, viele Menschen in Gefahr gebracht und einen Schaden von rund 600.000 Euro angerichtet haben: Ein 21-Jähriger hat am Montag vor der Jugendkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth alle ihm vorgeworfenen Taten zugegeben. Der Angeklagte sagte, er habe durch die Brandstiftungen einen Kick gesucht. 

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem besonders schwere Brandstiftung mit versuchtem Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Mehrfach soll er zwischen September 2015 und Juni 2016 im Raum Nürnberg und Fürth nachts Feuer in Wohngebäuden gelegt haben - mehrere Bewohner erlitten dadurch Rauchvergiftungen.

Den größten Schaden richtete der 21-Jährige im Februar 2016 an. Auf dem Dachboden eines Mehrfamilienhauses in Fürth soll er einen Müllsack angezündet haben. Der Dachstuhl brannte daraufhin fast vollständig aus und das Feuer breitete sich auf andere Stockwerke aus. Das Haus war nach dem Brand nicht mehr bewohnbar. Den Schaden beziffert die Staatsanwaltschaft auf 420.000 Euro.

Etwa vier Wochen später steckte der Mann nachts im Keller eines Hauses mit 13 Bewohnern in Fürth einen Teppich in Brand. Es kam zu einer massiven Rauchentwicklung. Nur durch Glück hätten Anwohner den Brand rechtzeitig bemerkt; einige erlitten aber Rauchvergiftungen. Dem Angeklagten sei bewusst gewesen, dass die meisten Menschen in dem Haus schliefen und sich in ihren Wohnungen sicher fühlten, schreibt die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift.

Der 21-Jährige berichtete von massiven Alkoholproblemen. Auch seine Mutter sei durch Alkohol gestorben. Eine Ausbildungsstelle habe er verloren, seine Freundin mit dem gemeinsamen Kind habe ihn verlassen. Für den Prozess sind bislang drei weitere Termine geplant. Ein Urteil könnte am 8. August verkündet werden.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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