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Protest vor der Residenz: die Startbahn-Gegner.

25 Jahre Flughafen

25 Jahre Flughafen: Zum Festakt bleibt der Protest draußen

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Draußen Protest, drinnen die Feier: Den Umzug vor genau 25 Jahren feiern Politik und Flughafen mit Festakt und Staatsempfang – und einem erneuten Bekenntnis zur dritten Startbahn. Nur einer fehlte.

München– Weichs ist da, Eitting und Petershausen. Landshut und Hallbergmoos – mit Ortsschildern zeigten die Gegner der dritten Startbahn vor der Einfahrt zur Residenz Flagge. Die Einfahrt der dicken schwarzen Limousinen wird mit einzelnen Pfiffen bedacht, aber alles bleibt zivilisiert. „Es wäre schön gewesen, wenn einer von uns auch geredet hätte“, sagt der Freisinger Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, der die etwa 100 Demonstranten begrüßt. Den Festakt schwänzen aber mag der OB dann doch nicht, auch wenn er nicht reden darf – nach der Stippvisite bei den Demonstranten geht er wie 350 weitere Festgäste dann ein paar Schritte rüber zur Allerheiligen-Hofkirche. Dort feiert der Flughafen seinen Umzug von Riem ins Erdinger Moos vor 25 Jahren.

Was Eschenbacher dann hört, wird ihm nicht gefallen haben: Denn Finanzminister Markus Söder (CSU), zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen-GmbH, findet nicht nur wärmste Worte für den Flughafen-Chef Michael Kerkloh („sensationelle Arbeit“), sondern nutzt die Chance zu einem erneuten Plädoyer für die dritte Bahn. Es fällt fast donnernd aus. „Wir würden uns an der Zukunft Bayerns versündigen“, wenn sie nicht gebaut würde, sagt Söder. Und dass der Flughafen in einem „international brutalen Wettbewerb“ nicht verlieren dürfe. Dann warnt er, dass bei einem Verlust des Drehkreuzes 17 000 der 35 000 Arbeitsplätze am Flughafen wegfallen könnten. Und dass aber, wenn die dritte Bahn komme, 15 000 neue Arbeitsplätze entstehen würden – vornehmlich in Südost-Bayern, weshalb Söder die Abgesandten aus den Landkreisen Altötting und Mühldorf besonders herzlich begrüßt.

Allein, was Söder auch weiß: Der Bau der Bahn liegt nicht in seiner Macht – weshalb er einen neuen Bürgerentscheid in München nachgerade herbeisehnt. Ob er freilich kommt, ist offen.

Vielleicht hätte der als Redner fest eingeplante Münchner Wirtschaftsreferent und 2. Bürgermeister Josef Schmid (CSU), gleichfalls Startbahn-Befürworter, darüber Auskunft geben können. Doch zur Überraschung nicht weniger Festgäste – darunter auch einige Prominente wie Nina Ruge, Carolin Reiber oder Paul Breitner – sagte Schmid kurzfristig ab. Er war bei der zeitgleich angesetzten Diskussion im Stadtrat über die Bierpreisbremse unabkömmlich. Einen Ersatzredner zu schicken, war der Stadt München offenbar nicht möglich.

In Feierlaune: Michael Kerkloh (li.) und Markus Söder.

So ergreift Flughafen-Chef Michael Kerkloh das Wort. Er dankt den Mitarbeitern (es gebe einen „MUC-Spirit“) und erinnert daran, dass der Erfolg des Flughafens kein Selbstläufer war. Zwei Jahre nach dem Umzug 1994 habe eine Zeitung noch gelästert: „Vom Drehkreuz redet heute niemand mehr. Der Airport kurz vorm Niederbayerischen verkommt zum Regionalflugplatz“ – das schreibe heute niemand mehr. Inzwischen habe der Flughafen einen Umsteiger-Anteil von weit über 30 Prozent. Die dritte Startbahn streift Kerkloh nur kurz – er redet lieber über internationale Auszeichnungen. Erst kürzlich wurde das Terminal 2 zum besten Flughafen-Terminal weltweit gekürt.

Als der Festakt nach einer guten Stunde endet und die Gäste zum Essen gehen, sind die Startbahn-Gegner schon abgereist. Sie werden heute Abend aber erneut demonstrieren – mit Staubmasken direkt im Flughafen.

Einen Ticker zur Sendung „Jetzt red i“ in Attaching zum Thema Flughafen lesen Sie hier

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